Großpolypige Steinkorallen LPS

Auf dem Bild:
Pilzkoralle (Lithophyllon repanda) aus der Familie Fungiidae.

Bild oben:
Illustration aus dem Jahre 1893,
Korallen des Great Barrier Reefs von William Saville-Kent (1845-1908).
Digital verbessert aus Originalausgabe.
Abb. 1: Rhipidogyra
Abb. 2: Euphyllia rugosa
Abb. 3-6: Eupyllia glabrescens
Abb. 7: Pectinia jardinei
Abb. 8-9: Galaxea esperi

LPS und SPS

SPS und LPS gehören zur großen Familie der Steinkorallen. 

  • LPS steht für: “Large Polyp Scleractinia” oder auf Deutsch: “Groß-Polypige Steinkoralle”.
  • SPS steht für: “Small Polyp Scleractinia” oder auf Deusch: “Klein-Polypige Steinkoralle”.

 
Wissenschaftlich werden Steinkorallen nicht anhand ihrer Polypengröße unterschieden. Die Einteilung in LPS und SPS entstand in der Aquaristik und hat auch ihre Gründe. So unterschiedlich, wie die äußere Erscheinungsform bzw. die Polypengröße, so unterschiedlich sind auch die Habitate (Lebensräume) dieser beiden Gattungen und dementsprechend unterscheiden sich auch die Haltungsbedingungen von LPS und SPS im Meerwasseraquarium.

Auf dem Bild:
Verschiedene Steinkorallen im Roten Meer

LPS-Korallen

Die LPS-Korallen hingegen sind eher in den etwas tieferen Riffregionen angesiedelt und sind daher auf eher moderate Lichtverhältnisse eingestellt. Folglich stellen daher auch im Aquarium nicht so extrem hohe Anforderungen an die Beleuchtungsstärke wie die SPS-Arten aus den Flachwasserzonen. Diese Regionen sind auch bei weitem geringeren Strömungen sowie Strömungswechseln ausgesetzt, so dass diese Tiere auch im Aquarium häufig keine zu starke oder auch ständig wechselnde Strömung vertragen. Aufgrund der geringeren Beleuchtungsstärke und des wesentlich größeren Nährstoffangebotes in den tieferen Riffregionen haben sich die LPS-Korallen teilweise oder sogar gänzlich auf die Nährstoffaufnahme aus dem Wasser verlegt. Die LPS-Korallen nehmen Nährstoffe und Partikel aus dem vorbeiströmenden Wasser auf und fischen mit Ihren Polypen aktiv nach Phyto- sowie Zooplankton.
Für die Haltung im Aquarium bedeutet dies, dass diese Arten nicht so “sauberes” bzw. extrem nährstoffarmes Wasser benötigen wie die SPS-Korallen. Es sollte oder muss sogar ein Mindest-Nährstoffgehalt im Aquarium ständig aufrecht erhalten werden, da diese Korallen eine hohen Nährstoffbedarf an den Tag legen und unter nährstoffarmen Bedingungen sogar eingehen würden. Im Vergleich zu den SPS-Korallen ist ihre Wachstums- und Regenerationsrate deutliche geringer, was auch dazu führt das sie auch wesentlich empfindlicher auf Gewebeverletzungen reagieren.
Man sollte bei den LPS-Korallen eine Gewebsverletzung nach Möglichkeit vermeiden, da diese nicht selten zu einer weiteren Gewebszersetzung und zum eingehen der Koralle führen kann. Diese Beschreibung der beiden Hauptarten LPS und SPS ist sehr stark vereinfacht und bewusst auf das wesentliche beschränkt, da es hauptsächlich darum geht die starken Unterschiede in den Pflegebedingungen hervorzuheben.

Merkmale und Pflege von LPS

LPS-Steinkorallen sind für ihre auffälligen Farben, leuchtenden Polypen und interessanten Formen bekannt. Sie reichen von Gehirnkorallen (Brain Corals) über Blasenkorallen (Bubble Corals) bis hin zu eleganten Euphyllia-Arten wie Torch Coral oder Hammer Coral. LPS-Steinkorallen bevorzugen in der Regel weniger intensive Beleuchtung und Strömung im Vergleich zu SPS-Korallen. Ein stabiler Nährstoffgehalt und die regelmäßige Zugabe von Calcium und Spurenelementen sind entscheidend für ihr gesundes Wachstum. Mit der richtigen Pflege können LPS-Steinkorallen eine atemberaubende Schönheit in Ihrem Riffaquarium entfalten.

Bilder oben:
Verschiedene, krustenförmoig wachsende Großpolypige Steinkorallen
(Amerikanisch-Samoa)
a Acanthastrea subechinata 
b Favites paraflexuosus
c Echinophyllia echinoporoides
d Turbinaria irregularis

LPS Art für Art:

Die Kategorie der LPS-Steinkorallen umfasst eine vielfältige Auswahl an Korallenarten. Dazu gehören Gehirnkorallen, Blasenkorallen, Euphyllia-Arten wie Torch Coral und Hammer Coral sowie viele andere beeindruckende Arten. LPS-Steinkorallen zeichnen sich durch ihre leuchtenden Farben, auffälligen Formen und größeren Polypen aus. Mit einer angemessenen Pflege und den richtigen Wasserparametern können Sie die Schönheit und das Wachstum dieser faszinierenden Korallen in Ihrem Riffaquarium erleben.

Acroporidae

Stamm: Cnidaria
Klasse: Hexacorallia
Ordnung: Scleractinia
Unterordnung: Astrocoeiina
Familie: Acroporidae

Acroporidae sind eine Familie, sowohl klein-, als auch großpolypiger Steinkorallen im Stamm der Cnidaria. Der Name leitet sich vom griechischen „akron“ ab, was „Gipfel“ bedeutet, und bezieht sich auf das Vorhandensein eines Koralliten an der Spitze jedes Korallenzweigs.

Auf dem Bild:
Astreopora myriophthalma, eine Korallenart aus der Familie Acroporidae aufgenommen im Indischen Ozean (Réunion).
 

Merkmale der Acroporidae:

Acroporen sind die dominierende Gruppe der Riffbildner. Sie kommen in vielen Formen und Größen vor und können selbst innerhalb derselben Art in Farbe und Form sehr stark variieren. Bei den meisten Acroporen handelt es sich entweder um verzweigt wachsende oder um tischförmig wachsende Varianten. Einige Arten wachsen auch flach und verkrustet, über Felsstrukturen. Ihre Farben variieren zwischen Braun, Weiß, Rosa, Blau, Gelb, Grün und Lila, abhängig nicht nur von der Art, sondern auch von den Wachstumsbedingungen. Die Identifizierung ist schwierig und erfordert eine genaue Untersuchung der Koralliten sowie eine biochemische und genetische Analyse. An der Spitze jedes Zweigs befindet sich ein Korallit Mit Ausnahme von Astreopora, sind diese klein und können in zwei Zyklen bis zu zwölf Septen aufweisen.


Verbreitung:
Anacropora, Astreopora und Montipora kommen im Indischen und Pazifischen Ozean vor. Acropora ist eine kosmopolitische Gattung, die in indopazifischen Riffen häufig vorherrscht. Enigmopora wird durch eine einzige neue Art repräsentiert, Enigmopora darveliensis, die in Malaysia und auf den Philippinen vorkommt.

Gattungen:

  • Acropora
  • Alveopora
  • Anacropora
  • Astreopora
  • Enigmopora
  • Isopora
  • Montipora

Alveopora

Alveopora ist eine Gattung kolonialer, großpolypiger Steinkorallen in der Familie Acroporidae. Mitglieder dieser Gattung sind in der Indopazifik-Region beheimatet und werden oft an Riffhängen in trübem Wasser gefunden.

Alveoporen haben ein sehr leichtes und poröses Skelett, das aus miteinander verbundenen Stäbchen und Stacheln besteht. Die Kolonien sind entweder massiv oder verzweigt und haben oft unregelmäßige Formen. Die Wände der Koralliten sind sehr perforiert und die Septen bestehen größtenteils aus feinen Stacheln, die sich in der Mitte treffen und ein Gewirr aus Columella bilden können. Die Polypen sind groß und fleischig und breiten sich normalerweise sowohl tagsüber als auch nachts aus. Sie haben zwölf Tentakel, oft mit geschwollenen, knaufartigen Spitzen. Sie beherbergen symbiotische Zooxanthellen in ihrem Gewebe und sind normalerweise weiß, hellgrau, cremefarben oder hellbraun, manchmal mit kontrastfarbigen Tentakel.

LPS oder doch SPS?

Äußerlich ähneln Alveoporen sehr den Gonioporen, mit welchen sie aber nicht näher verwandt sind. Lustigerweise gehören die Alveoporen in die Familie der Acroporidae, sind also nahe mit Acropora-Korallen verwandt. Wieder ein Beispiel dafür, dass die Einteilung in LPS und SPS keinerlei wissenschaftliche Grundlage hat und die Steinkorallen hauptsächlich nach der Polypengröße, nicht aber nach verwandtschaftlichen Verhältnissen einteilt.

Alveopora spongiosa
(Aquariumaufnahme)

Alveopora
am Naturstandort bei Koh Phangan

Alveopora spongiosa
(Australien)

Caryophylliidae

Stamm: Nesseltiere (Cnidaria)
Klasse: Blumentiere (Anthozoa)
Unterklasse: Hexacorallia
Ordnung: Steinkorallen (Scleractinia)

Unterordnung: Dendrophylliina
Familie: Caryophylliidae


Die Caryophylliidae sind eine Familie der Steinkorallen. Zu den etwa 300 Arten gehören neben tropischen, großpolypigen Steinkorallen auch die in gemäßigten Meeren bis in großer Tiefe lebenden Kaltwasserkorallen der Gattungen Lophelia. Die früher in die Familie gestellte Unterfamilie Euphylliinae wurde von Veron in den Rang einer Familie erhoben. Einige Caryophylliidae-Arten leben mit Zooxanthellen in Symbiose und beziehen von ihnen den Hauptteil der benötigten Nährstoffe, andere sind azooxanthellat (ohne Zooxanthellen) und ernähren sich ausschließlich durch den Fang von Plankton. Die Korallenkolonien bestehen oft nur aus wenigen Polypen.

Die Familie ist wahrscheinlich polyphyletisch, ihre Monophylie wird nicht durch moderne molekularbiologische Analysen bestätigt. In die Familie werden auch zahlreiche ausgestorbenen Steinkorallengattungen gestellt.

Auf den Bildern A bis D:
Skelette und lebende Korallenkolonien von Phyllangia americana mouchezii (linke Spalte: A,B) und Polycyathus muellerae (rechte Spalte: C,D). 
Beide Korallenarten gehören zur Familie Caryophylliidae.
Maßstabsbalken: A, C = 1 cm; B, D = 0,5 cm.

Cladocora

Cladocora ist eine Steinkorallen-Gattung aus der Familie der Caryophylliidae.

Arten dieser Gattung laut WoRMS – Weltregister der Meeresarten:

  • Cladocora arbuscula
  • Cladocora caespitosa
  • Cladocora debilis
  • Cladocora pacifica

Auf dem Bild:
Die Rasenkoralle (Cladocora caespitosa) aus dem Mittelmeer


Nähere Informationen zu Cladocora caespitosa und weiteren Vertretern der Gattung Cladocora gibt es auf der Seite "Steinkorallen der gemäßigten Meere".

Lophelia

Lophelia ist eine Gattung der Steinkorallen (Scleractinia) aus der Familie Caryophylliidae mit Lophelia pertusa als einziger Art. Lophelia pertusa ist eine riffbildende Kaltwasserkoralle. 

Lophelia pertusa kommt weltweit in allen Ozeanen auf Hartböden in Tiefen zwischen 60 und 2100 Metern  vor.  

Von Nord-Norwegen zieht sich ein Band von Riffen entlang der Kontinentalplatten-Ränder bis nach West-Afrika, ein weiteres erstreckt sich zwischen Neuschottland (Kanada) und dem Golf von Mexiko. Selbst im Mittelmeer und in der Karibik findet man sie.
Größere Lophelia-Riffe gibt es an der Küste Norwegens, um die Färöer-Inseln und am Kontinentalabhang westlich der britischen Inseln (Rockall-Trog). Die Riffe werden noch von der gleichfalls riffbildenden Steinkoralle Madrepora oculata, Weichtieren, Armfüßern, Krebstieren und Fischen besiedelt. Die immer gleiche charakteristische Fauna wird als Lophelia-Assoziation bezeichnet. 

Die meisten Lophelia-Riffe befinden sich zwischen 200 und 400 Metern Wassertiefe. Jedoch ist ein Vorkommen bei nur 39 Metern im inneren Trondheim-Fjord ebenso bekannt wie eine Fundstelle im New England Seamount Chain in mehr als 3000 Metern Tiefe. In Tiefen wie diese dringt kein Tageslicht. Anders als die meisten tropischen Korallen besitzen Kaltwasserkorallen keine Zooxanthellen als Symbionten, die sie per Photosynthese mit Nahrung versorgen. Sie filtern vorbeischwebendes Plankton aus dem Wasser und gedeihen daher besonders gut in Regionen, in denen starke Strömungen reichlich planktonische Nahrung mit sich bringen. Mit Wassertemperaturen zwischen vier und fast 14 Grad Celsius ist die Toleranzspanne von Lophelia pertusa zwar relativ breit, überwiegend findet man sie aber zwischen 6 bis 8°C.
 

Nähere Informationen zu Lophelia pertusa gibt es auf der Seite "Steinkorallen der gemäßigten Meere". 

Dendrophylliidae

Stamm: Nesseltiere (Cnidaria)
Klasse: Blumentiere (Anthozoa)
Unterklasse: Hexacorallia
Ordnung: Steinkorallen (Scleractinia)

Unterordnung: Dendrophylliina
Familie: Dendrophylliidae 


Die Dendrophylliidae sind eine Familie von Steinkorallen.

Auf dem Bild:
Rhizopsammia minuta, eine Korallenart aus der Familie Dendrophylliidae. 


Die meisten Arten der Dendrophylliidae sind ahermatypisch, das heißt, sie leben nicht in Symbiose mit Zooxanthellen und können Biotope fernab vom Sonnenlicht in Höhlen, unter Überständen oder auf dem tiefen Meeresgrund besiedeln. Azooxanthellate, ahermatypisch lebende Korallen müssen ihre Nahrung mit ihren Tentakeln fangen, anstatt sich beim Nahrungserwerb auf Photosynthese durch Zooxanthellen zu verlassen. 

 

Viele Arten aus der Familie der Dendrophylliidae kommen in subtropischen und gemäßigten Zonen aller Weltmeere und mit mehreren Arten auch im Mittelmeer vor. Zu ihnen gehören beispielsweise die Sternkoralle (Astroides calycularis) aus dem Mittelmeer und die Baumkoralle (Dendrophyllia ramea) aus dem Mittelmeer und dem Atlantik, die ebenso wie die tropischen Tubastraea auch in größeren Tiefen leben und sich von Plankton ernähren.
Die Gattungen Turbinaria, Duncanopsammia sowie einige Arten von Heteropsammia dagegen leben in Symbiose mit Zooxanthellen, von deren Stoffwechselprodukten sie sich teilweise ernähren, und sind daher auf helle Standorte in den flachen, tropischen Korallenriffen angewiesen.


Das Weltregister der Meeresarten umfasst folgende Gattungen in der Familie Dendrophylliidae:

  • Astroides
  • Balanophyllia
  • Balanopsammia
  • Bathypsammia
  • Cladopsammia
  • Dendrophyllia
  • Dichopsammia
  • Duncanopsammia
  • Eguchipsammia
  • Enallopsammia
  • Endopachys
  • Endopsammie
  • Heteropsammia
  • Leptopsammia
  • Lobopsammia
  • Notophyllia
  • Pourtalopsammia
  • Rhizopsammia
  • Thecopsammia
  • Trochopsammia
  • Tubastraea
  • Turbinaria

Astroides

Astroides ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Familie der Dendrophylliidae. Sie ist monotypisch und die einzige Art ist Astroides calycularis, die im westlichen Mittelmeer endemisch ist. Da es sich hierbei um eine subtropische bzw. eine Art aus warmgemäßigten Gewässern handelt wird sie auf der Seite "Steinkorallen der gemäßigten Meere" genauer beschrieben.

Auf dem Bild:
Kolonie von Astroides calycularis im westlichen Mittelmeer.

Balanophyllia

Balanophyllia ist eine Gattung von Solitärkorallen in der Ordnung der Steinkorallen. Solitärkoralle bedeutet, dass sie nur einen einzigen Polypen haben, der nicht in Gruppen bzw. Kolonien wächst sondern eben solitär, für sich alleine.
Einige Arten der Gattung Balanophyllia werden auf der Seite "Steinkorallen der gemäßigten Meere" genauer beschrieben. 

Balanophyllia mit voll entfalteten Tentakeln, welche dem Planktonfang dienen.

Balanophyllia bonaespei

Balanophyllia regia

Balanophyllia europaea
(Argeles, Frankreich)

Balanophyllia elegans

Balanophyllia bairdiana 
(Magic Point, Maroubra)

Balanophyllia bonaespei

Balanophyllia bonaespei ist eine Art der solitären Kelchkorallen, aus der Familie der Dendrophylliidae. Es handelt sich um eine azooxanthellate Art.

Auf dem Bild:
Balanophyllia bonaespei (Dome Rock Reef, Südafrika)

Kelchkorallen sind einzeln stehende Steinkorallen, die oberflächlich gesehen orangefarbenen Seeanemonen ähneln. Sie erreichen einen Durchmesser von 1–2 cm und haben fast transparente, perlenbesetzte Tentakel.
Diese Art ist von der Saldanha Bay bis East London vor der südafrikanischen Küste bekannt und lebt in einer Tiefe von 5 bis 150 Metern.

Warzenkoralle,
Vielfarbige Solitärkoralle

Balanophyllia europaea

Balanophyllia europaea ist eine Solitärkoralle, die bereits in einem Meter Tiefe anzutreffen ist. Beim Schnorcheln übersieht man sie meist, wenn die Auf­merksam­keit auf Fische und Krebse gerichtet ist. Die Warzenkoralle ist eine solitär lebende großpolypigige Steinkoralle.

Auf dem Bild:
Warzenkoralle mit teilweise eingezogenen Tentakeln. Im Polypengewebe sind Zooxanthellen eingelagert, welche die Koralle durch Fotosynthese mit Nährstoffen versorgen. Deshalb sind Warzenkorallen tagsüber, wenn die Sonne scheint meistens geschlossen. Wenn es dunkel wird entfalten sie ihre Tentakel um Mikroorganismen aus dem Wasser zu fangen.

Verbreitung:
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich auf das Mittelmeer, sowie das Schwarzes Meer, die Straße von Gibralta und den angrenzenden Ost-Atlantik. Sie kommt von der Gezeitenzone bis in 50 Meter Tiefe vor und erreicht Größen von bis zu 8 cm.
Warzenkorallen besitzen zwar Zooxanthellen, benötigen aber dennoch eine Zufütterung, um längerfristig zu gedeihen.
Als Futter eignen sich Mysis (Schwebegarnelen), Plankton (pflanzliche und tierische Mikroorganismen) und Artemien (Salinenkrebse).

Cladopsammia

Cladopsammia ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Familie der Dendrophylliidae. Arten dieser Gattung kommen in Tiefen bis zu etwa 470 Metern vor. Es handelt sich um azooxanthellate Korallen, was bedeutet, dass sie keine symbiotischen, photosynthetischen Dinoflagellaten enthalten, welche die Koralle mit Nährstoffen versorgen. Azooxanthellate Korallen sind daher auf aktiven Nahrungsfang angewiesen.

Bild oben:
Cladopsammia gracilis (Rotes Meer, Ägypten)
Foto von: Diego Delso, delso.photo, License CC-BY-SA 

Dendrophyllia

Dendrophyllia ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Familie der Dendrophylliidae. Mitglieder dieser Gattung kommen in Tiefen bis zu etwa 900 Metern vor. Es handelt sich um azooxanthellate Korallen, was bedeutet, dass sie keine symbiotischen, photosynthetischen Dinoflagellaten enthalten, welche die Koralle mit Nährstoffen versorgen. Azooxanthellate Korallen sind daher auf aktiven Nahrungsfang angewiesen.

Dendrophyllia cribrosa

Dendrophyllia gracilis 

Dendrophyllia gracilis (Indonesien)

Duncanopsammia

Duncanopsammia ist eine monotypische Gattung von Steinkorallen. Sie wird durch die einzige Art Duncanopsammia axifuga repräsentiert, die allgemein als Bartkoralle bezeichnet wird. Einzelne Polypen sind ziemlich groß mit runden Skelettbasen (Korallen) mit einem Durchmesser von 10–14 Millimetern und größeren zentralen Scheiben, von denen mehrere Tentakel ausgehen; Die Polypen bilden eine Struktur, die sich in unregelmäßigen Abständen zu einer großen Kolonie verzweigt.

Duncanopsammia axifuga bewohnt sandige und felsige Meeresböden in Australien und im Südchinesischen Meer, wo sie Kolonien verzweigter oder gruppierter Individuen nahe der Riffbasis bildet. Sie wächst typischerweise in Tiefen von bis zu 30 Metern.

D. axifuga hat große Polypen, die eine breite, flache, kreisförmige Scheibe besitzen, die normalerweise hellbraun oder grün ist und normalerweise durch schwache Streifen oder dunklere oder hellere Farben gemustert ist. Die Tentakel eines durchschnittlichen Polypen sind dünn und normalerweise braun oder grün gefärbt, ähnlich der Scheibenfarbe. Die Tentakel haben Reihen von Nesselzellen, sogenannte Nematozysten, und erzeugen bei Berührung im Allgemeinen ein klebriges Gefühl. Ein einzelner Polyp ähnelt einer Miniatur-Seeanemone, obwohl der Durchmesser jedes Polypen nur einen Durchmesser von 2–3 Zentimetern (0,79–1,18 Zoll) erreicht. Die Polypen können sich je nach Reiz öffnen oder zusammenziehen, auch um gefangene Beute zum zentralen Maul zu bewegen.

Aquarienhaltung:
D. axifuga ist eine Korallenart, die häufig in Aquarien gehalten wird, wo sie allgemein als Bartkoralle bezeichnet wird. Aufgrund der relativ einfachen Pflegeanforderungen und der schnellen Wachstumsgeschwindigkeit erfreut sie sich großer Beliebtheit. Die Bartkoralle benötigt gut eingefahrene, etablierte Riffaquarien und tropische Wassertemperaturen, vorzugsweise zwischen 23 und 27 °C. Diese Korallen benötigen wie viele andere LPS-Korallen eine schwache bis mäßige Beleuchtung, um Photosynthese zu betreiben und eine moderate, nicht zu starke Strömung, um auf natürliche Weise Nahrung wie Phytoplankton oder Zooplankton aus dem Wasser zu fangen. Die Fütterung kann durch die Verwendung einer Futterpinzette ergänzt werden, mit der Nahrung auf die Tentakel des Polypen gelegt wird.  

D. axifuga sollte relativ weit unten im Becken platziert werden, vorzugsweise auf dem Bodengrund oder auf einem tief liegenden Felsen, wo die Koralle eine Kolonie bilden kann. Die Vermehrung dieser Koralle erfolgt durch die Abtrennung von Polypen von der Basis der Koralle.

Duncanopsammia axifuga

Duncanopsammia axifuga

Duncanopsammia axifuga

Duncanopsammia axifuga

Heteropsammia

Heteropsammia ist eine Gattung von teilweise azooxanthellaten Korallen, die zur Familie der Dendrophylliidae gehören.

Diese Korallen bestehen aus frei lebenden, einzelnen Polypen mit einem Durchmesser von etwa 2,5 cm. Sie gehen eine symbiotische Beziehung mit einem Wurm, Aspidosiphon corallicola, ein. Der Wurm lebt in einer Höhle an der Unterseite der Koralle und zieht den Polyp über sandige Untergründe. Sie weisen auch eine fakultative symbiotische Beziehung mit Zooxanthellen der Gattung Symbiodinium auf, da diese Verbindung in flachen Gewässern (unter 40 m), jedoch nicht in größeren Tiefen (wo die Korallen ohne Algen leben) beobachtet wurde. Heteropsammia-Korallen können manchmal symbiotische Beziehungen mit anderen Meeresarten wie Einsiedlerkrebsen eingehen, die in der Höhle leben, in der sich normalerweise der endosymbiotische Sipunculid-Wurm befindet.

Es wurde beobachtet, dass Heteropsammia-Korallen (der Art Heteropsammia cochlea) Salpen in der Bucht von Leuk, Koh Tao, Golf von Thailand, schlucken, und zwar dank ihrer großen Öffnung, da die Salpen größer als die Mundöffnung der Korallen waren.

Heteropsammia cochlea:
H. cochlea ist eine Art kleiner Solitärkorallen aus der Familie der Dendrophylliidae, die im Indopazifik beheimatet ist.

Diese kleine, einzeln lebende Koralle mit einem Durchmesser von nicht mehr als 2,5 cm ist nicht am Meeresboden befestigt. Es besteht aus einem oder zwei Koralliten in Form einer Acht, wenn man es von oben betrachtet, was es leicht macht, es zu identifizieren. Die den Boden berührende Basis ist relativ kreisförmig, je nach Beschaffenheit des Untergrundes entweder flach oder leicht gekielt. Die Basis hat eine Öffnung, die einen Kommensalwurm beherbergt, der zur Familie der Aspidosiphonidae gehört. Die Gesamtfarbe ist gelblich, gräulich oder grünlich. Vor allem nachts sind die Polypententakel entfaltet zu sehen.

Heteropsammia cochlea ist in den tropischen und subtropischen Gewässern des indisch-westpazifischen Raums weit verbreitet, von den Ostküsten Afrikas, einschließlich des Roten Meeres, bis zu den Philippinen und von Südjapan bis Australien und Neukaledonien und lebt am Meeresboden, in einer Tiefe von einem Meter bis 40 Metern.

Heteropsammia cochlea ist eine häufig vorkommende Art, die in manchen Gegenden relativ häufig vorkommen kann. Es kann sich sexuell durch die Freisetzung von Gameten oder ungeschlechtlich durch die Sprossung eines neuen Individuums aus dem „Elternkörper“ vermehren. Es gibt keinen offensichtlichen Geschlechtsdimorphismus zwischen Männern und Frauen. Bei der Fortpflanzung im offenen Wasser beginnt die Larve mit einem Planktonstadium, bevor sie landet und auf dem Panzer eines Mikrogastropoden wächst, den sie mit der Zeit vollständig umhüllt.

Um in ihrem Biotop zu überleben und insbesondere um nicht begraben zu werden, steht diese kleine Koralle in einer obligaten Kommensalbeziehung mit einem kleinen Sipunculid-Wurm, Aspidosiphon muelleri, der unter der Basis der Koralle haust. Die Bewegungen des Wurms bei der Nahrungssuche verhindern, dass die Koralle vergraben wird. Dies macht die Koralle jedoch darauf angewiesen, dass der Wurm in der Nähe bleibt. 

Heteropsammia cochlea beherbergt wiederherum oft kleine parasitische Muscheln, Lithophaga lessepsiana.

Heteropsammia cochlea

Heteropsammia eupammides

Kelchkoralle, Sunset Cup Coral
Leptopsammia

Leptopsammia ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Familie der Dendrophylliidae. Mitglieder dieser Gattung kommen in Tiefen bis zu etwa 900 Metern vor. Sie sind Azooxanthellat, was bedeutet, dass sie keine symbiotischen photosynthetischen Algen oder Dinoflagellaten enthalten, welche die Koralle mit Nährstoffen versorgen. Azooxanthellate Korallen sind daher auf aktiven Nahrungsfang angewiesen.

Auf dem Bild:
Kelchkorallen (Leptopsammia pruvoti) zwischen Farbwechselnden Gorgonien (Paramuricea clavata) an einem Überhang (Capo Gallo, Sizilien)

Leptopsammia pruvoti ist eine solitäre Steinkoralle aus der Familie der Dendrophylliidae. Es handelt sich um eine Azooxanthellat-Art, was bedeutet, dass ihr Gewebe nicht die symbiotischen einzelligen Algen (Zooxanthellen) der Gattung Symbiodinium enthält, wie dies bei den meisten Korallen der Fall ist. Sie ist im Mittelmeer beheimatet. Die Art wurde 1897 von Henri de Lacaze-Duthiers beschrieben und zu Ehren des französischen Meeresbiologen Georges Pruvot benannt.
L. pruvoti ist eine solitäre Steinkoralle und ähnelt oberflächlich einer Seeanemone. Der Polyp sitzt in einer Kalkschale, die an der Basis breiter als oben ist und deren Form von zylindrisch und kurz bis konisch und lang variiert. Er erreicht eine Höhe von etwa 60 mm und einen Durchmesser von 20 mm. Der Polyp ist gelb oder orange mit etwa sechsundneunzig langen, durchscheinenden gelben Tentakeln. Es kann sich in die Skelettschale zurückziehen, sodass die Tentakel kaum noch sichtbar sind. Diese Art kann mit einer anderen gelben oder orangefarbenen Kelchkoralle, Balanophyllia regia, verwechselt werden, aber diese Art wird nie so groß und hat weniger Tentakel.

Leptopsammia pruvoti kommt im westlichen Mittelmeer und in der Adria sowie an den Atlantikküsten Portugals, der Bretagne, der Kanalinseln und im Südwesten Englands vor. Unabhängig vom Sonnenlicht kommt es unter Felsbrocken, auf Grundgestein, in Spalten, unter Überhängen und in Höhlen in Tiefen zwischen 10 und 40 Metern vor. 

In einer Meereshöhle in Italien wurde festgestellt, dass die Kolonialkoralle Astroides calycularis an gut beleuchteten Orten reichlich vorhanden war, in den dunkleren Teilen der Höhle jedoch weniger zahlreich wurde, während L. pruvoti an dunklen Orten häufiger vorkam. An Orten, an denen sich schwefelhaltiges Quellwasser mit dem Meerwasser vermischte, war die Situation jedoch umgekehrt und Astroides calycularis kam häufiger vor. Die relativen Anteile der beiden Arten könnten durch das Vorhandensein von Matten aus schwefelverdauenden Bakterien rund um die Quelle beeinflusst worden sein. 

Kelchkoralle
Tubastraea sp.

Die Steinkorallen der Gattung Tubastraea werden im deutschen Sonnenkorallen oder Kelchkorallen genannt. Im Unterschied zu den meisten anderen Steinkorallen leben sie nicht mit Zooxanthellen in Symbiose. Sie ernähren sich vom Planktonfang

Auf dem Bild:
Sonnenkoralle, Orange-gelbe Kelchkoralle

(Tubastraea faulkneri)


Die sehr gefräßigen, großen Polypen können recht große Beute überwältigen. Mit Ausnahme von Tubastraea micrantha sind die Kelchkorallen nicht riffbildend (ahermatypisch). Sie leben in den Korallenriffen des Indopazifik oft an dunkleren Standorten an Höhlendecken.Bei Meerwasseraquarianern gilt die Pflege von Tubastraeen als sehr schwierig. Die meisten importierten Kolonien verhungern nach kurzer Zeit, da sie keine Chance haben, in einem mit Fischen besetzten Aquarium an Futter zu gelangen. Eine gute Methode ist hier die Fütterung jedes einzelnen Polypen via Pipette (z. B. mit Salinenkrebsen). 

Auf dem Bild:

Bei dem  grünen Korallenstock in der linken Bildhälfte handelt es sich um eine Schwarze Kelchkoralle (Tubastraea micranthus). Sie ist die einzige riffbildende Tubastraea. Unterwasserfoto aus der Nähe von Ambon, Maluku, (Indonesien).

Auf dem Bild:

Schwarze Kelchkoralle (Tubastraea micranthus), Dendronephthya und weitere azooxanthellate Korallen.
Unterwasseraufnahme von den Phillipinen.

Auf dem Bild:
Sonnenkoralle, Orange-gelbe Kelchkoralle (Tubastraea faulkneri)

Turbinaria

Turbinaria ist eine Gattung kolonialer Steinkorallen aus der Familie der Dendrophylliidae. Zu den gebräuchlichen Namen dieser Gattung gehören Scheibenkorallen, Rollkorallen, Becherkorallen, Vasenkorallen, Pagodenkorallen und Rüschenrückenkorallen. Diese Korallen sind im Roten Meer, im Indischen Ozean, in Japan und im südlichen Zentralpazifik beheimatet.

Mitglieder dieser Gattung können massiv, laminar, säulenförmig oder blättrig sein, aber blättrig ist die häufigste Form. Sie können Platten, Scheiben oder abgestufte Strukturen bilden, wobei sich die Koralliten (Skelettschalen, in denen die Polypen sitzen) meist nur auf einer Oberfläche befinden. Die Koralliten haben poröse Wände und können in das umgebende Coenosteum (Skelettgewebe) eingesunken sein oder röhrenförmige, erhabene Hügel bilden. Die Septen (vertikale Lamellen in den Koralliten) sind kurz und ordentlich angeordnet und die Columella (zentraler Punkt, an dem die Septen zusammentreffen) ist breit. Das Coenosteum ist dicht und schwer. Die meisten Arten sind nachtaktiv, wobei sich die Polypen nur nachts ausdehnen, Turbinaria peltata bildet jedoch eine Ausnahme. 
 

Arten dieser Gattung sind hermatypische (riffbildende) Korallen. Sie sind zooxanthellat, was bedeutet, dass sie symbiotische photosynthetische Protisten in ihrem Gewebe enthalten und in flachen Gewässern vorkommen, in die Sonnenlicht eindringt. Sie sind eine von nur drei Gattungen in der Familie Dendrophylliidae mit dieser Fähigkeit, die anderen Gattungen sind Azooxanthellate (ohne Zooxanthellen) und kommen in tieferen Gewässern vor.

Der Erhaltungszustand mehrerer Arten dieser Gattung wird von der International Union for Conservation of Nature als „gefährdet“ eingestuft. Die größten Bedrohungen für sie sind, wie für andere Korallen auch, der Klimawandel und die Versauerung der Ozeane. Steigende Meerwassertemperaturen führen zu Stress für die Korallen, was zu Bleichereignissen und einem erhöhten Auftreten von Korallenkrankheiten führt Die Versauerung der Ozeane gefährdet ihre Kalziumkarbonat-Skelettstruktur. Stürme scheinen an Stärke zuzunehmen und auch Fischereiaktivitäten können Riffe schädigen. Weitere Bedrohungen sind Tourismus, Umweltverschmutzung, Sedimentation und die Einführung gebietsfremder Arten. Für einzelne Arten wurden keine Populationsstatistiken erstellt, aber der allgemeine Rückgang des Lebensraums Korallenriff wird als Indikator für den Populationsrückgang dieser Korallen herangezogen.

Turbinaria frondens (Reunión)

Turbinaria mesenterina 
(Dhahab)

Turbinaria mesenterina

Turbinaria mesenterina

Turbinaria mesenterina
(Malediven)

Turbinaria peltata

Polypen von
Turbinaria peltata

Turbinaria peltata

Turbinaria peltata

Turbinaria reniformis

Turbinaria reniformis

(Thailand)

Euphylliidae

Stamm: Nesseltiere (Cnidaria)
Klasse: Blumentiere (Anthozoa)
Unterklasse: Hexacorallia
Ordnung: Steinkorallen (Scleractinia)
Familie: Euphylliidae

Die Euphylliidae sind eine im Jahre 1857 durch die französischen Zoologen Henri Milne Edwards und Jules Haime aufgestellte Familie großpolypiger Steinkorallen. Die Arten der Familie gehören zu den am meisten in der Meerwasseraquaristik gehaltenen Korallen.

Auf dem Bild:
Mit Euphyllien besetztes Aquarium im Steinhart Aquarium, der California Academy of Science in San Francisco.

Wachstum und Erscheinungsbild:

Kolonien der Familie Euphylliidae haben, bei expandierten Polypen meist die Form einer Halbkugel, die eine geschlossene Oberfläche aus großen, teilweise aufgeblasenen Tentakeln hat. Ziehen sich die Polypen zurück werden die großen Abstände zwischen den einzelnen Koralliten sichtbar. Tatsächlich stehen die Polypen einzeln, oder in kleinen Gruppen auf säulenförmigen Koralliten (phaceloider Wuchs), oder sie sind langgezogen und mäanderförmig gebogen und durch tiefe Gräben voneinander getrennt (flabello-meandroider Wuchs).

Alle Gattungen der Euphylliidae leben mit Zooxanthellen in Symbiosen und beziehen von ihnen einen großen Teil der benötigten Nährstoffe.

Zur Familie Euphylliidae gehören 8 Gattungen:

  • Catalaphyllia
  • Ctenella
  • Euphyllia
  • Fimbriaphylla
  • Galaxea
  • Gyrosmilia
  • Montigyra
  • Simplastrea


Innerhalb der Steinkorallen gehören die Euphylliidae zur großen Klade der „komplexen Korallen“.

Wunderkoralle
Catalaphyllia 

Catalaphyllia ist eine monotypische Gattung von Steinkorallen in der Familie Euphylliidae aus dem westlichen Pazifik, mit der einzigen Art, Catalaphyllia jardinei, die allgemein als Wunderkoralle bekannt ist. 
Aufgrund ihres einzigartigen und schönen Aussehens ist diese Koralle bei Riffaquarianern sehr beliebt.

Diese Koralle hat sehr große, sichtbare Polypen. Sie entwickeln sich auf einem großen, verzweigten Korallenskelett, wobei jeder Polyp ungewöhnlich große, lange Tentakel und eine große, fleischige Mundscheibe aufweist.
Catalaphyllia jardinei kann sich sexuell vermehren, aber auch ungeschlechtlich, indem sie neue Zweige bildet, die abfallen und Satellitenkolonien bilden.
Wie eine Untergruppe anderer Korallen verfügt sie auch über ein „Mund“, mit dem sie andere Nahrungspartikel aufnimmt, die sie mit ihren großen Tentakeln gefangen hat. Das Verhalten und die Anpassung ähneln denen von Seeanemonen.
Diese Koralle lebt häufig an Riffen im westlichen und zentralen Pazifik sowie gelegentlich im östlichen Indischen Ozean. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich bis nach Japan und von Süden bis Nordaustralien.
Catalaphyllia jardinei kommt üblicherweise in sandigen Gebieten und nicht direkt auf Felsen vor.

Catalaphyllia jardinei
in unserem Aquarium

Catalaphyllia jardinei 
(Watson's Bay, Lizard Island)

Catalaphyllia jardinei
am Naturstandort 


Catalaphyllia jardinei


Catalaphyllia jardinei 


Skelett von
Catalaphyllia jardinei 

Euphyllia

Euphyllia ist eine Gattung großpolypiger Steinkorallen. Euphyllia-Arten werden häufig in Meerwasseraquarien gepflegt.

Die Gattung Euphyllia umfasst folgende Arten:

  • Euphyllia baliensis (Blasenkoralle)
  • Euphyllia cristata (Traubenkoralle)
  • Euphyllia glabrescens (Torch-Koralle)
  • Euphyllia paraglabrescens (Torch-Koralle)

Euphyllia glabrescens 


Euphyllia cristata

Euphyllia cristata

Torch-Koralle, Fackelkoralle
Euphyllia glabrescens 

Euphyllia glabrescens ist eine großpolypige Steinkorallenart aus der Familie der Caryophylliidae. Ihr gebräuchlicher Name ist Torch-Koralle, eingedeutscht: Fackelkoralle, da sie lange Tentakel hat, an deren Spitze starke Nesselzellen sitzen. Es handelt sich um eine in der Meerwasseraquaristik häufig gehaltene Art, insbesondere Exemplare aus Indonesien und Fidschi, die im Jahr 2005 jährliche Exportquoten von 28.000 bzw. 6.000 Stück erfüllten.

 

Euphyllia glabrescens kommt in vielen verschiedenen Farbvarianten vor. Je seltener eine Farbmorphe ist, desto hochpreisiger und begehrter ist die Koralle bei Aquarianern. Handelsnamen wie Black Torch, Dragon Soul, Orange Tipps, Dark Torch, Banana Torch, Golden Torch, 24K uvm. sind gängige Bezeichnungen in der Aquaristik. Mancher Aquarianer kennt eher die englischen Fantasienamen, als die korrekte wissenschaftliche Bezeichnung einer Koralle.


Euphyllia glabrescens ist eine koloniebildende Koralle mit einer phaceloiden Formation aus Koralliten mit einem Durchmesser von 20 bis 30 Millimetern (0,8 bis 1,2 Zoll) und einem Abstand von 15 bis 30 Millimetern (0,6 bis 1,2 Zoll). Die Wände sind dünn und haben scharfe Kanten. Polypen haben große röhrenförmige Tentakel mit knaufartigen Spitzen. Torch-Korallen können verschiedene Farben haben und sind oft zweifarbig mit kontrastierenden Tentakeln und Polypenspitzen.

Euphyllia glabrescens 

'Green Torch'

Euphyllia glabrescens 
'Dark Torch'

Euphyllia glabrescens 

'24 K Golden Torch'

Fimbriaphyllia 

Fimbriaphyllia ist eine Steinkorallengattung (Scleractinia) aus dem Indopazifik. Verbreitungsschwerpunkt sind die Korallenriffe Indonesiens, der Philippinen, der Nordküste Neuguineas, der Marianen, der Karolinen, Vanuatus und Neukaledoniens.

Im Deutschen werden Fimbriaphyllia paraancora und die verwandte Fimbriaphyllia ancora wegen der Form ihrer Tentakel Hammerkoralle genannt. Die Tentakel der relativ großen Polypen sind T-förmig, wobei der obere Teil meist von hellerer Farbe ist als die Basis der Tentakel, oder leuchtend grün fluoresziert.
In der Natur leben Fimbriaphyllia-Korallen sowohl im flachen Wasser von zum Teil trüben Lagunen, am Riffdach als auch in tieferen Bereichen der Riffhänge, wo sie oft dominieren. Die Kolonien erreichen Durchmesser von 60 bis 120 Zentimeter.
Im Korallenriffaquarium sind Fimbriaphyllien gut haltbar. Da sie stark nesseln sollten sie einen ausreichenden Abstand zu anderen sessilen Tieren haben.

 

Die folgenden Arten wurden taxonomisch aus der Gattung Euphyllia nach Fimbriaphyllia  umklassifiziert:

  • Fimbriaphyllia ancora
    (Hammerkoralle) früher Euphyllia ancora
  • Fimbriaphyllia paraancora
    (Verzweigte Hammerkoralle) früher Euphyllia paraancora 
  • Fimbriaphyllia divisa
    (Froschlaichkoralle) früher Euphyllia divisa
  • Fimbriaphyllia paradivisa
    (Verzweigte Froschlaichkoralle) früher Euphyllia paradivisa 
  • Fimbriaphyllia yaeyamaensis
    (Verzweigte Froschlaichkoralle) früher Euphyllia yaeyamaensis

Fimbriaphyllia ancora 
(Lizard Island)

Fimbriaphyllia ancora 

Fimbriaphyllia paraancora

Fimbriaphyllia paraancora

Fimbriaphyllia divisa

Fimbriaphyllia divisa

Galaxea

Galaxea ist eine Gattung kolonialer Steinkorallen aus der Familie der Euphylliidae. Sie kommen häufig an Riffen im Indopazifik und im Roten Meer, in Gewässern mit einer Tiefe von weniger als 20 Metern vor und bevorzugen trübe Standorte.  

Auch korallen der Gattung Galaxea werden in Riffaquarien gepflegt.

Bild oben:
Galaxea fascicularis im Roten Meer
Foto von: "Diego Delso, delso.photo, License CC-BY-SA"


Die Kolonien von Galaxea haben je nach Art unterschiedliche Formen. G. fascicularis bildet lange, dünne Säulen und ist eine der größten bekannten Korallen. G. paucisepta und G. longisepta bilden flache Platten, G. acrhelia ist baumartig und andere Arten bilden Kuppeln und abgerundete Hügel. Ihre Farben sind meist oliv oder braun, aber sie haben oft einen violetten Schimmer. Die Koralliten, in denen die einzelnen Polypen sitzen, sind klein und dicht gedrängt und haben erhabene Ränder oder können sogar gestielt sein. Am Rand der Koralliten befinden sich zahlreiche feine Septen, die in Wirteln angeordnet sind und als scharfe Grate hervorstehen. Die Polypen enthalten symbiotische Protisten, sogenannte Zooxanthellen, und wachsen in flachem Wasser, um die Aufnahme von Sonnenlicht zu maximieren. Sie fressen oft am Tag und strecken gelbliche oder grünliche Tentakel mit oft weißen Spitzen aus. Sie haben spezialisierte Kehrtentakel, lange Verteidigungsorgane, an deren Spitze kräftige Nesselzellen sitzen, die andere Korallen davon abhalten, in ihrer Nähe zu wachsen.


Das World Register of Marine Species (WoRMS) listet die folgenden Arten auf:

  • Galaxea acrhelia
  • Galaxea alta
  • Galaxea astreata
  • Galaxea cryptoramosa
  • Galaxea fascicularis
  • Galaxea horrescens
  • Galaxea lauensis
  • Galaxea longisepta
  • Galaxea pauciradiata
  • Galaxea paucisepta

Galaxea acrhelia

Galaxea horrescens

Galaxea astreata

Galaxea astreata (Nahaufnahme)

Galaxea fascicularis

Galaxea fascicularis lebt im Roten Meer und im tropischen Indopazifik von der Küste Ostafrikas bis nach Fidschi und Samoa. Im Deutschen wird sie Kristallkoralle genannt. In der Natur wachsen sie oft in Lagunen mit trüben Wasser und küstennahen Riffen unter Überhängen. Auf der inneren Seite von Saumriffen ist sie oft die vorherrschende Art. Sie lebt oft zusammen mit Schwämmen, Röhrenkorallen der Art Tubipora musica und Knallkrebsen.

Aussehen:
Das Kalkskelett ist sehr porös und brüchig. Die braunen oder grünen Polypen haben weiße Tentakelspitzen. Sie sitzen in kleinen, kronenartigen Koralliten mit einem Durchmesser von etwa fünf Millimeter. Sie wachsen eng an das Substrat gebunden, können aber auch mehrere Meter große, unregelmäßig gewölbte Kolonien bilden.

Aquarienpflege:
Galaxea fascicularis ist im Korallenriffaquarium nach einer Eingewöhnungszeit nicht allzu schwer zu pflegen. Von Nachteil sind ihre starke Nesselkraft, ihre ausgesprochen langen Kampftentakel und ihre Empfindlichkeit gegen den einzelligen Parasiten Porpostoma notatum, der den als „Brown Jelly“ bezeichneten Gewebeverlust verursacht. Um Vernesselungen zu vermeiden, sollte die Kristallkoralle in einen größeren Abstand zu anderen sessilen Tieren eingesetzt werden.

Fungiidae

Stamm: Nesseltiere (Cnidaria)
Klasse: Blumentiere (Anthozoa)
Unterklasse: Hexacorallia
Ordnung: Steinkorallen (Scleractinia)

Unterordnung: Fungiina
Familie: Fungiidae 


Die Fungiidae sind eine Familie von Steinkorallen, allgemein bekannt als Pilz- oder Plattenkorallen. 

Die Familie Fungiidae umfasst dreizehn noch existierende Gattungen.

Ökologie & Merkmale:

Fungiidae sind häufig einzelgängerische Meerestiere, die zur benthischen Fortbewegung fähig sind. Das Artenspektrum reicht aber auch bis hin zu Kolonialarten. Einige Gattungen wie Cycloseris und Fungia sind Einzelorganismen, Polyphyllia besteht aus einem einzelnen Organismus mit mehreren Mündern und Ctenactis und Herpolitha könnten als Einzelorganismen mit mehreren Mündern oder als Kolonie von Individuen mit jeweils eigenem Mund betrachtet werden.Diese Korallen scheinen oft gebleicht oder tot zu sein. Bei den meisten Gattungen schlüpft ein einzelner Polyp aus der Mitte des Skeletts, um nachts zu fressen. Die meisten Arten bleiben im Erwachsenenalter vollständig vom Substrat gelöst. Einige sind sowohl unbeweglich als auch kolonial.
Einige Pilzkorallenarten wie Fungia repanda und Ctenactis echinata sind in der Lage, das Geschlecht zu ändern. Es wird angenommen, dass dies als Reaktion auf umweltbedingte oder energetische Zwänge geschieht und die evolutionäre Fitness des Organismus verbessert. Ähnliche Phänomene werden bei einigen zweihäusigen Pflanzen beobachtet.

Das Weltregister der Meeresarten umfasst diese Gattungen in der Familie:

  • Cantharellus
  • Ctenactis
  • Cycloseris
  • Danafungia
  • Fungia
  • Halomitra
  • Heliofungia
  • Herpolitha
  • Lithophyllon
  • Lobactis
  • Pleuractis
  • Podabacia
  • Polyphyllia
  • Sandalolitha
  • Sinuorota
  • Zoopilus 

Auf den Bildern oben:
Fungiidae aufgenommen auf Pulau Layang-Layang.

a Fungia fungites 

b Halomitra pileus 

c Herpolitha limax 

d Lithophyllon ranjithi 

e Lithophyllon repanda

 f Lithophyllon scabra 

g Lithophyllon undulatum 

h Lobactis scutaria.

Auf den Bildern oben:
Fungiidae aufgenommen auf Pulau Layang-Layang.

a Ctenactis albitentaculata
b Cycloseris boschmai
c Cycloseris costulata
d Cycloseris explanulata
e Cycloseris mokai
f Cycloseris tenuis
g Danafungia horrida
h Danafungia scruposa

Auf den Bildern oben:
Fungiidae aufgenommen auf Pulau Layang-Layang.

a Pleuractis granulosa
b Pleuractis gravis
c Pleuractis moluccensis
d Podabacia sinai
e Polyphyllia talpina
f Sandalolitha boucheti
g Sandalolitha dentata
h Sandalolitha robusta

Cycloseris

Cycloseris ist eine Gattung solitärer Scheibenkorallen aus der Familie der Fungiidae. Sie kommen im Indopazifik vor. Sie bewohnen die unteren Riffhänge und die Bereiche zwischen Riffen mit weichen Sedimenten. Sie vertragen trübes Wasser.

Korallen der Gattung Cycloseris leben meist einzeln und frei, einige erreichen einen Durchmesser von 10 Zentimetern. Die Scheiben sind entweder rund oder oval und das zentrale Maul, das von Tentakeln umgeben ist, kann ein Schlitz sein. Der Polyp sitzt in einer Kalkschale, dem Korallit, und streckt seine Tentakel nur zur Nahrungsaufnahme in der Nacht aus. Die Septen sind vertikale Skelettelemente innerhalb der Korallitwand und die Costae vereinen die Septen an der Basis der Koralle. In der Gattung Cycloseris sind beide dick, haben aber feine Zähne und sind charakteristisch für die verschiedenen Arten. Cycloseris kann mit Exemplaren der verwandten Gattung Fungia verwechselt werden, aber erstere leben frei, auch als Jungtiere, während letztere eine Narbe tragen, die zeigt, wo sie in jungen Jahren befestigt waren.

Die Gattung wurde 2012 neu klassifiziert, um neben den ursprünglichen Arten, die frei leben und nur ein einziges zentrales Maul haben, auch einige Arten einzuschließen, die zuvor in die Gattung Coscinaraea eingeordnet wurden, die kolonial leben und mehrere Münder haben.

Cycloseris boschmai
(Layang-Layang)

Cycloseris cyclolites
(Lizard Island)

Cycloseris distorta

Cycloseris explanulata
(Mayotte)

Cycloseris explanulata
(Neukaledonien)

Cycloseris fragilis

Cycloseris mokai
(Layang-Layang)

Cycloseris tenuis

Cycloseris wellsi
(Ägypten)

Fungia

Fungia ist eine Korallengattung aus der Familie der Fungiidae. Sie ist monotypisch mit der Einzelart Fungia fungites, die auf Riffen im Indopazifik wächst.
Bis 2015 umfasste die Gattung Fungia mehr als 30 Arten, doch neueren Studien zufolge wurde sie nun auf eine einzige Art reduziert.

Fungien leben meist einzeln, einige erreichen einen Durchmesser von 30 Zentimetern. Die Jungtiere heften sich an Felsen fest, größere Individuen lösen sich jedoch ab und leben frei. Sie kommen in verschiedenen leuchtenden Farben vor, darunter Weiß, Rosa, Rot, Lila, Blau und Gelb, und sind bei Riffaquarianern beliebt. Der Polyp sitzt in einer Kalkschale, dem Korallit. Die Septen sind vertikale Skelettelemente innerhalb der Korallitwand und die Costae verbinden sich mit den Septen und setzen sich außerhalb der Korallitwand und unter der Koralle fort. Sowohl die Septen als auch die Costae sind robust. Pilzpilze können mit Exemplaren der verwandten Gattung Cycloseris verwechselt werden, letztere leben jedoch immer frei, auch als Jungtiere, während erstere eine Narbe tragen, die zeigt, wo sie in jungen Jahren befestigt waren. Pilzkorallen haben wie andere großpolypige Steinkorallen verschiedene Ernährungsstrategien entwickelt. Sie fangen auch planktonische Organismen und Nahrungspartikel aus der Wassersäule ein und können gelöste organische Stoffe absorbieren. Fresstentakel sind normalerweise nachts sichtbar. Fungien vermehren sich auch ungeschlechtlich. Es können sich Tochterkolonien/Polypen bilden, die aus Bruchstücken Nachkommen bilden. sie zeigen Regeneration.

Fungia fungites
(Koh Phangan, Tailand)

Fungia fungites
(Koh Phangan)

Fungia fungites
(Koh Phangan)

Fungia fungites
(Koh Phangan)

Fungia fungites
(Layang-Layang)

Fungia fungites
(Pulau Mabul, Malaysia)

Heliofungia

Heliofungia ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Familie der Fungiidae.

Auf dem Bild:
Heliofungia-Korallen wachsen am Rande des Mangrovenwaldes in Raja Ampat, Indonesien. Diese abgelegene Region ist für ihre außergewöhnliche Artenvielfalt im Meer bekannt. 


Das Weltregister der Meeresarten listet derzeit die folgenden zwei Arten auf:

  • Heliofungia actiniformis
  • Heliofungia fralinae

Heliofungia actiniformis

Heliofungia actiniformis ist eine solitäre Pilzkorallenart und großpolypige Steinkoralle aus der Familie der Fungiidae. Diese Koralle kommt im flachen Wasser bis etwa 25 Meter Tiefe vor und ist eine  beliebte Koralle bei Meerwasseraquarianern. Wildpopulationen sind durch Krankheiten, Klimawandel und übermäßiges Sammeln bedroht, und die Art wird von der IUCN als gefährdet eingestuft. 

Heliofungia actiniformis stammt aus dem östlichen Indischen Ozean und der zentralen Indopazifikregion, den Nordwest-, Nord- und Ostküsten Australiens, Japans, dem Chinesischen Meer und den Inselgruppen des Westpazifiks.
H. actiniformis pflanzt sich nicht nur sexuell fort, indem sie Eier und Sperma in die Wassersäule abgibt, sondern bildet auch manchmal einen neuen Polypen aus. Polypen von H. actiniformis bieten einen Mikrolebensraum für eine breite Palette assoziierter Fauna, von Putzergarnelen bis hin zu Jungfischen.
Der lateinische Name Heliofungia actiniformis bezieht sich auf die optische Ähnlichkeit zu Seeanemonen (Aktinien), aufgrund der sehr langen Tentakel.

Heliofungia actiniformis

Heliofungia actiniformis

Heliofungia actiniformis

Heliofungia fralinae

Herpolitha

Herpolitha ist eine monotypische Gattung von Pilzkorallen in der Familie Fungiidae. Die einzige Art der Gattung ist Herpolitha limax, allgemein bekannt als Seezungen- oder Bumerangkoralle. Es handelt sich um eine frei lebende Art, die in Riffen und Lagunen im Indopazifik heimisch ist. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Ostafrika und dem Roten Meer bis nach Australien, Indonesien, Papua-Neuguinea und dem südlichen Zentralpazifik. Sie kommt an Riffhängen und in Lagunen vor, in Tiefen bis zu etwa 30 Metern und oft in unmittelbarer Nähe zu anderen Korallen aus der Gattung Fungiidae.

Herpolitha limax hat eine längliche Struktur mit etwas abgerundeten Enden und einer einzelnen zentralen Axialfurche, die sich fast von einem Ende zum anderen erstreckt. Diese Koralle kann eine Länge von 45 cm oder mehr erreichen und hat normalerweise einen Grau-, Braun- oder Grünbraunton.

Herpolitha limax
(Lizard Island)

Herpolitha limax
(Koh Phangan)

Herpolitha limax
(Koh Phangan) 

Herpolitha limax
(Koh Phangan)

Skelett von
Herpolitha limax

Lithophyllon

Lithophyllon ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Familie der Fungiidae.

Das Weltregister der Meeresarten listet derzeit die folgenden Arten auf:

  • Lithophyllon concinna
  • Lithophyllon ranjithi
  • Lithophyllon repanda
  • Lithophyllon scabra
  • Lithophyllon spinifer
  • Lithophyllon undulatum

Lithophyllon scabra

Lithophyllon undulatum

Lithophyllon repanda

Lithophyllon repanda ist eine Pilz- oder Scheibenkorallenart aus der Familie der Fungiidae.

L. repanda hat dicke und kreisförmige Polypen mit Durchmessern von bis zu 300 Millimetern, die entweder gewölbt oder flach sind. Ihre Tentakel erstrecken sich am Tag und sind blass gefärbt, aber die Art hat keine Tentakellappen. Die Koralle erreicht Durchmesser von bis zu 23,5 Zentimetern.

L. repanda kommt im Golf von Aden, im Roten Meer, im südwestlichen und nördlichen Indischen Ozean, in Ostafrika, im nördlichen, östlichen und westlichen Australien, im Ostchinesischen Meer, in Japan sowie im westlichen und zentralen Pazifik in Tiefen zwischen 1 und 30 Metern auf Ebenen und Hängen von Riffen vor.  

Diese Art kann gelegentlich an einen anderen Ort umziehen, da sie zur benthischen Fortbewegung fähig ist. 


Es handelt sich um eine weit verbreitete Art und es liegen keine Populationszahlen vor. Es wird jedoch angenommen, dass ihre Population im Einklang mit dem weltweiten Rückgang der Korallenriffe abnimmt.

Lobactis

Lobactis ist eine Gattung von Teller- oder Pilzkorallen aus der Familie der Fungiidae. Die Gattung ist monotypisch mit einer einzigen Art, Lobactis scutaria, die im Indopazifik vorkommt.

Lobactis scutaria ist eine solitäre, nicht koloniebildende Koralle, die frei lebt und nicht am Meeresboden befestigt ist. Sie hat eine scheibenförmige oder längliche Form und kann sehr groß werden. Der Polyp kann bis zu 17 Zentimeter lang werden und ist in einer becherförmigen Mulde eingebettet, die als Korallit bekannt ist und von kalkhaltigem Material umgeben ist.

Verbreitung und Lebensraum:
Lobactis scutaria kommt im Indischen Ozean an oberen Riffhängen vor, insbesondere dort, wo es aufgrund der Wellenbewegung zu erheblichen Wasserbewegungen kommt. Man findet es normalerweise auf Sand oder Schichten aus Korallenfragmenten. Es wird oft mit anderen Pilzarten in Verbindung gebracht.

Lobactis scutaria ist ein Hermaphrodit. Eier und Spermien werden durch den Mund ausgeworfen und entwickeln sich nach der Befruchtung zu Planula-Larven, die Teil des Planktons sind. Diese setzen sich nach einiger Zeit auf dem Meeresboden ab und durchlaufen eine Metamorphose. Die Jungtiere heften sich an das Substrat und beginnen mit der Nahrungsaufnahme, wobei sie ihre harten Skelette herausdrücken und wachsen. Später lösen sie sich von ihrer Basis und treiben auf dem Meeresboden umher. Die Polypen fressen sowohl tagsüber als auch nachts.

Pleuractis

Pleuractis ist eine Gattung von Pilzkorallen aus der Familie der Fungiidae. Die Gattung ist im Indopazifik verbreitet.
Obwohl Hoeksma sie als Untergattung von Fungia behandelte, wurde Pleuractis in einer Arbeit aus dem Jahr 2011 auf generisches Niveau erhoben.

Das Weltregister der Meeresarten listet derzeit die folgenden Arten auf:

  • Pleuractis alta
  • Pleuractis granulosa
  • Pleuractis gravis
  • Pleuractis moluccensis
  • Pleuractis paumotensis
  • Pleuractis seychellensis
  • Pleuractis taiwanensis

Pleuractis granulosa 
(Layang-Layang)

Pleuractis granulosa

Pleuractis gravis

Pleuractis moluccensis

Pleuractis paumotensis

Polyphyllia

Polyphyllia ist eine Gattung von Nesseltieren, die zur Familie der Fungiidae gehört. Die beiden Arten dieser Gattung kommen im Indischen und Pazifischen Ozean vor.

Arten:

  • Polyphyllia novaehiberniae
  • Polyphyllia talpina 

Polyphyllia talpina
(Layang-Layang)

Polyphyllia talpina 
(Lizard Island)

Polyphyllia talpina

Sandalolitha

Sandalolitha ist eine Gattung von Nesseltieren, die zur Familie der Fungiidae gehört. Die Arten dieser Gattung kommen im Indischen Ozean und im Pazifik, vor allem im Indopazifischen Raum vor.

Arten:

  • Sandalolitha boucheti
  • Sandalolitha dentata
  • Sandalolitha robusta

Sandalolitha boucheti

Sandalolitha dentata

Sandalolitha robusta

Lobophylliidae 

Stamm: Nesseltiere (Cnidaria)
Klasse: Blumentiere (Anthozoa)
Unterklasse: Hexacorallia
Ordnung: Steinkorallen (Scleractinia)
Familie: Lobophylliidae

Die Lobophylliidae sind eine Familie großpolypiger Steinkorallen. Die Familie wurde 2009 nach einer Überarbeitung der Familien Faviidae, Merulinidae, Mussidae und Pectiniidae gegründet. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass einige traditionelle Gattungen wie Favia und Scolymia polyphyletisch sind, wobei die atlantischen Faviiden und Scolymiden enger miteinander verwandt sind als mit ihren indopazifischen Verwandten. 

Die Familie Lobophylliidae wurde aus den indopazifischen Arten gebildet, die traditionell zu den Mussidae gezählt wurden, und einigen der Arten, die zuvor Pectiniidae gebildet hatten, wobei die übrigen Arten der Pectiniidae zu Merulinidae verschmolzen waren. Die Typusgattung ist Lobophyllia.


Das Weltregister der Meeresarten umfasst die folgenden Gattungen in der Familie Lobophylliidae:

  • Acanthastrea
  • Australophyllia
  • Cynarina
  • Echinomorpha
  • Echinophyllia
  • Homophyllia
  • Lobophyllia
  • Micromussa
  • Moseleya
  • Oxypora
  • Sclerophyllia

Acanthastrea

Acanthastrea ist eine Gattung der Steinkorallen (Scleractinia). Sie kommt im Roten Meer und im tropischen Indopazifik nördlich bis Japan und östlich bis zum zentralen Südpazifik vor.

Acanthastrea bildet massive Kolonien, die flach und krustenartig oder kuppelförmig wachsen können. Acanthastrea-Kolonien ähneln denen der Steinkorallenfamilie Faviidae oder denen der Gattung Blastomussa. Die Koralliten sind cerioid oder subplocoid, d. h., sie stehen allein, dicht aneinander oder mit geringem Abstand und haben eine polygonale (vieleckige) oder annähernd runde Form. Jeder Korallit ist durch eine kalkige Außenwand vom Nachbarkoralliten getrennt. Die Septen der Koralliten sind scharf gezähnt. Acanthastrea-Kolonien können bräunlich, gelblich, rot oder grünlich sein.

Arten:

  • Acanthastrea bowerbanki
  • Acanthastrea brevis
  • Acanthastrea echinata
  • Acanthastrea faviaformis
  • Acanthastrea hemprichii
  • Acanthastrea hillae
  • Acanthastrea ishigakiensis
  • Acanthastrea maxima
  • Acanthastrea rotundoflora
  • Acanthastrea subechinata

Acanthastrea echinata

Acanthastrea echinata
(Reunión)

Acanthastrea-Ableger in einem Aquarium

Acanthastrea hemprichii
(Torres Strait, Australien)

Acanthastrea faviaformis
(Torres Strait, Australien)

Cynarina

Cynarina ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Familie der Lobophylliidae

Arten:

  • Cynarina lacrymalis
  • Cynarina macassarensis

Cynarina lacrymalis

 (Sumbawa, Indonesien)

Cynarina lacrymalis
(Lizard Island, Australien)

Echinophyllia

Echinophyllia ist eine Gattung großpolypiger Steinkorallen. Mitglieder dieser Gattung sind Kolonialkorallen und sind im allgemeinen blättrig, meist mit sehr dünnen Blättern. Sie sind im Indopazifik beheimatet und werden auch in Riffaquarien gehalten.

Echinophyllia-Arten:

  • Echinophyllia aspera
  • Echinophyllia bulbosa
  • Echinophyllia costata
  • Echinophyllia echinata
  • Echinophyllia echinoporoides
  • Echinophyllia galli
  • Echinophyllia hirsuta
  • Echinophyllia orpheensis
  • Echinophyllia patula
  • Echinophyllia pectinata
  • Echinophyllia sassellensis
  • Echinophyllia tarae

Lobophyllia

Lobophyllia, allgemein als Hirnkoralle oder bezeichnet, ist eine Gattung großpolypiger Steinkorallen. Mitglieder dieser Gattung werden auch in Riffaquarien gepflegt.

Lobophyllia in einem Aquarium

Lobophyllia flabelliformis

Lobophyllia hataii

Lobophyllia hemprichii
(Koh Phangan)

Lobophyllia hemprichii

Lobophyllia hemprichii

Lobophyllia in einem Aquarium

Lobophyllia robusta

Lobophyllia robusta
(Koh Phangan)

Micromussa

Micromussa ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Familie der Lobophylliidae.

Micromussa lordhowensis:

M. lordhowensis, ist eine Steinkorallenart aus der Familie der Lobophylliidae. Es handelt sich um eine weit verbreitete und häufige Koralle mit großen Polypen. Sie wurde ursprünglich der Gattung Acanthastrea zugeordnet und 2016 in die Gattung Micromussa umklassifiziert, da festgestellt wurde, dass sie nicht mit dem Gattungstyp A. echinata, aber eng mit den anderen Arten in Micromussa verwandt ist. Darüber hinaus bestätigten morphologische Analysen, dass Micromussa lordhowensis die für alle Micromussa-Arten typische Septumgröße, -form und -granulation aufweist und nicht die glattere Septumseitenverzierung von Acanthastrea

 

Micromussa lordhowensis kommt im westlichen Indopazifik an Riffen in Tiefen bis zu etwa 30 Metern vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Roten Meer, dem Golf von Aquaba und der Ostküste Afrikas bis zum Ostchinesischen Meer, Japan und Australien. Ihren Namen hat sie von Lord Howe Island, dem südlichsten Korallenriff im Pazifik. Dort ist sie unter etwa 83 bekannten Steinkorallenarten zu finden, darunter viele tropische Arten an den südlichen Grenzen ihres Verbreitungsgebiets sowie subtropische Arten, die am nahegelegenen Great Barrier Reef nicht vorkommen. 

Die Farbe von M. lordhowensis variiert stark und besteht oft aus zwei kontrastierenden Rot-, Orange-, Lila-, Blau- oder Grüntönen.

Micromussa regularis:


M. regularis ist eine Korallenart, die in indopazifischen Gewässern von Australien bis zum westlichen Pazifik vorkommt. Normalerweise kommt sie in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet selten vor, kann aber lokal häufiger auftreten. Sie ist auch durch den weltweiten Rückgang der Korallenrifflebensräume bedroht. 

Die Internationale Union für Naturschutz hat den Erhaltungszustand dieser Art als „gefährdet“ eingestuft. Alle Korallen werden durch die Aufnahme in den CITES-Anhang II geschützt.


Kolonien von Micromussa regularis sind riesig. Die Koralliten sind subplakoid und unregelmäßig platziert. Das Skelett ist nicht mit fleischigem Gewebe bedeckt und die Farbe der Kolonie ist bräunlich oder gelblich-braun, wobei der Boden der Koralliten und die Wände der Koralliten häufig kontrastierende Farben aufweisen. 


Micromussa regularis ist eine zooxanthellate Korallenart. Den größten Teil seines Nährstoffbedarfs deckt es über die symbiotischen Dinoflagellaten, die in seinen Weichteilen leben. Diese photosynthetischen Organismen versorgen die Korallen mit organischem Kohlenstoff und Stickstoff und decken manchmal bis zu 90 % des Energiebedarfs ihres Wirts für Stoffwechsel und Wachstum. Sein verbleibender Bedarf wird durch die Planktonorganismen gedeckt, die von den Tentakeln der Polypen gefangen werden.

Oxypora

Oxypora ist eine Gattung großpolypiger Steinkorallen. Mitglieder dieser Gattung sind Kolonialkorallen und sind im allgemeinen blättrig, meist mit sehr dünnen Blättern. Sie sind im Indopazifik beheimatet und werden hin und wieder in Riffaquarien gepflegt.

Oxypora glabra:
O. glabra ist eine Art großpolypiger Steinkorallen aus der Familie der Lobophylliidae. Es handelt sich um eine Kolonialkoralle mit dünnen, verkrusteten Schichten.

O. glabra-Kolonien haben eine dunkelbraune Farbe und eine verkrustende Blatt- oder „Platten“-Formation mit verdrehten Septen, die kurze, im Uhrzeigersinn verlaufende Spiralstrukturen bilden.
Korallen werden oft anhand ihrer morphologischen Variation beschrieben. Dies ist im Fall von O. glabra problematisch, da Lobophylliidae aus 12 Gattungen besteht, darunter Echinophyllia, die oft mit Arten der Oxypora-Gattungen verwechselt werden. Da O. glabra in der Vergangenheit unzureichend beschrieben wurde, ist ein molekularer Ansatz erforderlich, um die Skleractinia-Koralle zu delaminieren. In einer Studie aus dem Jahr 2016, in der die Genotypen indopazifischer Korallen analysiert wurden, deuten gemeinsame Haplotypen darauf hin, dass O. glabra enger mit Arten der Echinophyllia-Gattungen verwandt ist als mit denen in Oxypora.

O. glabra kommt im gesamten Indopazifik vor und konzentriert sich stark auf die mesophotische Zone. Sie kommt zwar auch schon in 3 Metern Wassertiefe vor, aufgrund ihrer Struktur und großen Oberfläche, die das in diesen Tiefen verfügbare begrenzte Licht absorbiert, dominiert sie jedoch häufig die untere mesophotische Zone (60–80 m). Auf einem vertikal strukturierten Riff kommt O. glabra selten in Tiefen unter 90 Metern vor, aber auf einem allmählich abfallenden Riff kann sie bis zu 125 m tief absteigen. O. glabra kommt am Außenhang von indopazifischen Riffen, einschließlich des Great Barrier Reef, häufiger vor und kommt im Allgemeinen in geschützten Gebieten vor.

Oxypora lacera:
O. lacera, die Kelchkoralle oder poröse Salatkoralle, ist eine Art großpolypiger Steinkorallen aus der Familie der Lobophylliidae. Es handelt sich um eine Kolonialkoralle, die submassiv, verkrustend oder laminar sein kann.

Kolonien können verschiedene Formen annehmen, verkrustend, plattenartig oder klumpig, manchmal in verschiedenen Teilen derselben Kolonie unterschiedlich geformt. In der Nähe des Plattenansatzes ist die Koralle dicker und die Koralliten sind gröber.
Die Farbe dieser Koralle ist graubraun oder grau, manchmal mit einem grünlichen Schimmer; Die Mundscheibe kann eine Komplementärfarbe in Rot oder Grün haben. Kolonien erreichen selten einen Durchmesser von mehr als 30 cm. Diese Koralle kann unter Wasser mit Echinophyllia aspera verwechselt werden.

O. lacera stammt aus der indopazifischen Region. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Roten Meer und dem Golf von Aden bis nach Japan, dem Südchinesischen Meer sowie Ost-, Nord- und Westaustralien. Sie wächst an geschützten Riffhängen bis zu einer Tiefe von etwa 30 Metern und an äußeren Riffhängen in größeren Tiefen als an inneren Hängen. Es handelt sich um eine häufig vorkommende Art, die jedoch aufgrund ihrer eintönigen Färbung nicht auffällt.

Diese Koralle ist ein Hermaphrodit. Gameten werden in die Körperhöhle abgegeben und gelangen durch die Mündungen der Polypen ins Meer. Nach der Befruchtung sind die Planula-Larven eine Zeit lang planktonisch. Wenn sie ausreichend entwickelt sind, beginnen sie mit der Entwicklung von Tentakeln, einem Rachen und Septen, bevor sie sich auf dem Meeresboden niederlassen und die Metamorphose abschließen.

Merulinidae

Stamm: Nesseltiere (Cnidaria)
Klasse: Blumentiere (Anthozoa)
Unterklasse: Hexacorallia
Ordnung: Steinkorallen (Scleractinia)
Familie: Merulinidae 


Merulinidae sind eine Familie riffbildender Steinkorallen.

Auf dem Bild:
Merulina cylindrica

Alle Gattungen dieser Familie sind koloniale, riffbildende Korallen.
Faviidae und Trachyphylliidae sind mittlerweile keine eigenständigen Familien mehr, sondern in die Familie Merulinidae integriert worden.

Das Weltregister der Meeresarten umfasst diese Gattungen in der Familie Merulinidae:

  • Astrea
  • Australogyra
  • Boninastrea
  • Caulastraea
  • Coelastrea
  • Cyphastrea
  • Dipsastraea
  • Echinopora
  • Erythrastrea
  • Favites 
  • Goniastrea
  • Hydnophora
  • Hydnophyllia †
  • Isastraea†
  • Leptoria
  • Merulina
  • Mycedium
  • Orbicella
  • Oulophyllia
  • Paragoniastrea
  • Paraleptoria†
  • Paramontastraea
  • Pektinia
  • Physophyllia
  • Platygyra
  • Scapophyllia
  • Trachyphyllia

Australogyra

Australogyra ist eine Gattung von Nesseltieren, die zur Familie der Merulinidae gehört. Die Gattung ist monotypisch mit der einzigen Art Australogyra zelli. Diese Art kommt in Südostasien und Australien vor.

Australogyra zelli bei Aureed Island  (Straße von Torres , Australien) 

Australogyra zelli bei Aureed Island  (Straße von Torres , Australien)

Australogyra zelli bei Aureed Island  (Straße von Torres , Australien)

Caulastraea

Caulastraea ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Familie der Merulinidae. Arten von Caulastraea sind im Aquarienhandel häufig unter den Namen Trompetenkoralle zu finden.

Auf dem Bild:
Caulastraea echinulata

Die folgenden Arten werden derzeit anerkannt:

  • Caulastraea connata
  • Caulastraea curvata
  • Caulastraea echinulata
  • Caulastraea furcata
  • Caulastraea tumida 

Caulastraea in der Straße von Torres (Australien)

Caulastraea echinulata

Caulastraea mit blauen Polypen

Korallengrundel (Gobiodon okinawae) in einer Caulastraea echinulata

Tromptenkoralle 
im Tierpark Hellabrunn 

Caulastraea furcata

Caulastraea furcata, auch bekannt als Trompetenkoralle, ist eine Steinkorallenart aus der Familie der Merulinidae.

Die Skelettstruktur von Caulastraea furcata besteht aus röhrenförmigen Stielen mit Sternen an jeder Spitze. Wie andere koloniebildende Korallen bestehen Kolonien von C. furcata aus mehreren großen Polypen. Jeder Polyp trägt relativ kurze Tentakel, die die Nahrung in sein zentrales Maul leiten. Anschließend wird die Nahrung in einer sackartigen Körperhöhle verdaut. Diese Art ist häufig grün, gelb oder grünbraun gefärbt.

Verbreitung und Lebensraum:
Caulastraea furcata kommt im Indopazifik von Fidschi bis Australien und möglicherweise weiter westlich in Richtung Thailand vor.
Diese Art kommt normalerweise an geschützten Riffhängen vor, wo der Untergrund teilweise sandig ist und sie ausgedehnte Einzelartenbestände mit manchmal über fünf Metern Durchmesser bildet. Caulastraea furcata wurde bis in Tiefen von mindestens 30 Metern nachgewiesen, kann aber auch in seichten Lagunen gefunden werden.

Ökologie:
Normalerweise deckt Caulastraea furcata den Großteil ihres Nährstoffbedarfs durch die Photosynthese der in ihrem Gewebe lebenden einzelligen Algen (Zooxanthellen), allerdings ernährt sich diese Koralle auch von Zooplankton. 

Caulastraea furcata 

in neongrün

Mintgrüne Caulastraea-Kolonie in einem Aquarium

Caulastraea furcata 

Coelastrea

Coelastrea ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Familie der Merulinidae. Arten dieser Gattung sind im Indopazifik beheimatet und ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Roten Meer und der Ostküste Afrikas über den Indischen Ozean und den Westpazifik bis nach Australien, Japan und dem Ostchinesischen Meer.

Die folgenden Arten werden derzeit vom Weltregister der Meeresarten anerkannt:

  • Coelastrea aspera
  • Coelastrea palauensis
  • Coelastrea tenuis

Coelastrea aspera 

Coelastrea aspera ist eine Steinkorallenart aus der Familie der Merulinidae. Es handelt sich um eine Kolonialart, die in der indopazifischen Region beheimatet ist und dort in flachem Wasser vorkommt.

Kolonien von Coelastrea aspera sind entweder verkrustet oder massiv. Die Oberfläche hat ein wabenartiges Aussehen, wobei die Koralliten cerioidförmig (mehrere Polypen mit einer gemeinsamen Wand) angeordnet sind, tief und eckig, mit dicken, geraden Wänden. Die Septen sind gleichmäßig, wobei sich in größeren Koralliten lange und kurze Septen abwechseln. Die Knospung erfolgt normalerweise intratentakulär (innerhalb des Tentakelrings). 
Auf flachen Gezeitenfelsen können mehrere Kolonien in unmittelbarer Nähe eine ebene Fläche von mehreren Metern Durchmesser bilden. Die allgemeine Farbe dieser Koralle ist normalerweise blassbraun und die Mundscheiben können eine kontrastierende Farbe haben, oft cremefarben.

Verbreitung:
Coelastrea aspera stammt aus der indopazifischen Region. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Madagaskar und dem Roten Meer über den Indischen Ozean bis nach Australien, Indonesien, Japan und dem Ostchinesischen Meer sowie dem westlichen und zentralen Pazifik. Es kommt auf Riffebenen, an Riffhängen und in Lagunen in Tiefen bis zu etwa 15 m vor.

Fortpflanzung:
Coelastrea aspera ist ein gleichzeitiger Hermaphrodit. Normalerweise werden Pakete mit Eiern und Spermien in die Wassersäule abgegeben und steigen aufgrund ihres Auftriebs an die Oberfläche. Hier lösen sich die Pakete auf und es kann zu einer gegenseitigen Befruchtung kommen, bei der sich Gameten aus verschiedenen Kolonien vermischen. Die Larven bleiben einige Tage in der Nähe der Oberfläche. Bei einer anderen Formen der sexuellen Fortpflanzung wurde festgestellt, dass sich in manchen Fällen die Eier und Larven in den mütterlichen Polypen entwickeln. Es wurde sogar beobachtet, dass einige einzelne Kolonien in verschiedenen Teilen der Kolonie beide Brutstrategien gleichzeitig anwendeten.

C. aspera sind zooxanthellate Korallen. In ihrem Gewebe enthalten sie photosynthetische Organismen, die den Wirt mit Nährstoffen und Energie versorgen, sogenannte Zooxanthellen. Im Gegenzug bieten die Korallen eine schützende Umgebung und eine Kohlendioxidversorgung für die Zooxanthellen. Unter Stressbedingungen, meist hoher Wassertemperatur oder übermäßiger Sonneneinstrahlung, stoßen Korallen einige oder alle dieser Symbionten aus, ein Zustand, der als Korallenbleiche bekannt ist. In Thailand kam es 1995 in einer von C. aspera dominierten Riffebene zu einer Massenbleiche, die durch hohe Wassertemperaturen verursacht wurde. Forscher fanden heraus, dass die Ostseite jeder Koralle gebleicht war, während die Westseite unberührt blieb. Sie vermuteten, dass sich die Korallen an eine frühere Bleiche durch Sonneneinstrahlung „erinnerten“ und auf der betroffenen Seite einige Abwehrmechanismen eingebaut hatten. Im Jahr 2000 lösten sie eine Reihe von Kolonien ab und drehten sie um 180°, und als es im Jahr 2010 zu einem weiteren schweren Bleichereignis kam, entnahmen die Forscher Proben, um die Anzahl der Zooxanthellen auf beiden Seiten dieser Korallen und in Kontrollkorallen zu bestimmen. Sie fanden heraus, dass die gedrehten Korallen in den betroffenen Gebieten deutlich mehr (viermal so viele) Zooxanthellen aufwiesen als nicht gedrehte Korallen. Dabei zeigte sich, dass die zuvor betroffenen Bereiche Bewältigungsstrategien entwickelt hatten und über ein „Gedächtnis“ von mindestens zehn Jahren verfügten.

Cyphastrea

Cyphastrea ist eine Gattung massiver, riffbildender Steinkorallen aus der Familie der Merulinidae, die allgemein als Hirnkorallen bekannt sind.

Das Weltregister der Meeresarten listet die folgenden Arten auf:

  • Cyphastrea agassizi
  • Cyphastrea chalcidicum
  • Cyphastrea decadia
  • Cyphastrea hexasepta
  • Cyphastrea japonica
  • Cyphastrea kausti
  • Cyphastrea magna
  • Cyphastrea microphthalma
  • Cyphastrea ocellina
  • Cyphastrea salae
  • Cyphastrea serailia
  • Cyphastrea zhongjianensis

Cyphastrea kausti
(Rotes Meer, Saudi-Arabien)
 a–b: Holotyp, lebende Kolonie
(13,6 m Tiefe);
c-h: Andere Kolonien von C. kausti.
Maßstabsbalken: 1 cm

Cyphastrea microphthalma
(Lord Howe Island, Australien)
Abbildungen A - C zeigen verschiedene lebende Korallenstöcke

Abbildungen D - F zeigen Skelette

Cyphastrea salae
(Lord Howe Island, Australien)
Abbildungen A - H zeigen verschiedene Standorte

Cyphastrea salae
(Lord Howe Island, Australien)
Abbildungen A - B zeigen lebende Kolonie

Abbildungen C - F zeigen Skelette

Cyphastrea serailia
(Réunion, Indischer Ozean)

Cyphastrea microphthalma
(Straße von Torres, Australien)

Dipsastraea

Dipsastraea ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Familie der Merulinidae. Mitglieder dieser Gattung stammen aus der indopazifischen Region. Es handelt sich durchwegs um zooxanthellate Korallen.

Auf dem Bild:
Dipsastraea matthaii

Die folgenden Arten werden derzeit anerkannt:

  • Dipsastraea albida
  • Dipsastraea amicorum
  • Dipsastraea camranensis
  • Dipsastraea danai
  • Dipsastraea faviaformis
  • Dipsastraea favus
  • Dipsastraea helianthoides
  • Dipsastraea lacuna
  • Dipsastraea laddi
  • Dipsastraea laxa
  • Dipsastraea lizardensis
  • Dipsastraea maritima
  • Dipsastraea Marshae
  • Dipsastraea matthaii
  • Dipsastraea maxima
  • Dipsastraea modesta
  • Dipsastraea pallida
  • Dipsastraea rosaria
  • Dipsastraea rotumana
  • Dipsastraea speciosa
  • Dipsastraea truncata
  • Dipsastraea veroni
  • Dipsastraea vietnamensis
  • Dipsastraea wisseli 

Dipsastraea pallida 

Dipsastraea pallida ist eine Art kolonialer Steinkorallen aus der Familie der Merulinidae. Es handelt sich um eine weit verbreitete Korallenart. Sie kommt in tropischen Gewässern des Indischen und Pazifischen Ozeans vor. Diese Art wurde erstmals 1846 vom amerikanischen Zoologen James Dwight Dana als Favia pallida beschrieben; Später wurde sie in die Gattung Dipsastraea überführt, aber einige Behörden verwenden weiterhin den ursprünglichen Namen.

Dipsastraea pallida ist eine Kolonialkoralle, die solide, abgerundete Hügel bildet. In flachem Wasser sind die Koralliten (steinige Schalen, in denen die Polypen sitzen) kreisförmig und dicht beieinander, während sie in tieferen Gewässern stärker verstreut sind. Die Septen sind weit voneinander entfernt und oft unregelmäßig. Die palliformen Lappen (Lappen, die von den Innenrändern der Septen ausgehen) sind klein. Diese Koralle ist normalerweise cremefarben, grün oder blassgelb, wobei die Mundscheiben der Polypen oft eine Kontrastfarbe aufweisen.

Verbreitung und Lebensraum:
Dipsastraea pallida ist im tropischen Indischen Ozean und im westlichen Pazifik weit verbreitet. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von der ostafrikanischen Küste, Madagaskar, dem Roten Meer und dem Golf von Aden über den Indischen Ozean bis nach Südostasien, Indonesien, den Philippinen, Japan und dem Südchinesischen Meer, West-, Nord- und Ostaustralien und verschiedenen Inselgruppen des westlichen Pazifiks. Sie kommt in verschiedenen felsigen Rifflebensräumen vor und ist oft die dominierende Art an den Rändern von Hinterriffen. Sie kommt in Tiefen von bis zu 50 m oder mehr vor.

Ökologie:
Dipsastraea pallida ist eine von mehreren Korallenarten in der indopazifischen Region, die durch den Schwamm Cliona orientalis, der sich in ihre Skelettstruktur bohrt, biologisch erodiert werden.

Dipsastraea pallida 
(Malediven)

Dipsastraea pallida 
(Malediven)

Dipsastraea speciosa

Dipsastraea speciosa (früher Favia speciosa genannt) ist eine Art kolonialer Steinkorallen aus der Familie der Merulinidae. Sie kommt in tropischen Gewässern des Indischen und Pazifischen Ozeans

Dipsastraea speciosa hat abgerundete bis sehr längliche Koralliten mit Durchmessern von 10 bis 15 mm. Die Art kann von der häufigeren Dipsastraea pallida, mit der sie oft verwechselt wird, durch ihre feinen, zahlreichen und regelmäßig verteilten Septen unterschieden werden. Sowohl die Septa als auch die Costae haben feine, gleichmäßig verteilte Zähne.
Kolonien von Dipsastraea speciosa haben einen massiven Wuchs.
Ihre Färbung reicht von hellgrau über grün bis braun, meist mit Kelchen in kontrastierender Farbe.


Lebensraum und Ökologie:
Es handelt sich um eine tropische Koralle, die in allen flachen tropischen Riffumgebungen im Indischen und Pazifischen Ozean vorkommt. Sie kann in Tiefen von 0 bis 40 m gefunden werden, von Gezeitenfelsen, über Lagunen bis hin zu Außenriffkanten und Abhängen. Dipsastraea speciosa bevorzugt Gewässer mit Temperaturen zwischen 23 und 29 °C, verträgt aber auch Temperaturen leicht darüber und darunter.

Wie die meisten anderen Korallen enthalten sie photosynthetische Algen, sogenannte Zooxanthellen. Dipsastraea speciosa und die Algen stehen in einer gegenseitigen Beziehung. Die Algen leben in den Korallenpolypen und nutzen das Sonnenlicht zur Energiegewinnung. Die Koralle bietet Schutz und die für die Photosynthese benötigten Verbindungen. Im Gegenzug produzieren die Algen Sauerstoff und helfen den Korallen, Abfallstoffe abzutransportieren. Vor allem versorgen die Zooxanthellen die Koralle mit Glukose, Glycerin und Aminosäuren. Daraus stellt die Koralle dann Proteine, Fette und Kohlenhydrate her, die bei der Bildung ihres Kalziumkarbonat-Skeletts helfen. Die Beziehung zwischen den Zooxanthellen und dem Korallenpolypen sorgt für einen engen Nährstoffkreislauf in nährstoffarmen tropischen Gewässern und ist die treibende Kraft hinter dem Wachstum und der Produktivität des Riffs.
Nachts dagegen strecken die Korallen ihre Polypen zur Nahrungsaufnahme aus ihren Skeletten und halten ihre Tentakel ins die Strömung, um vorbeischwebendes Plankton zu fangen. Die Beute wird dann ins Maul der Polypen gezogen und in der Magenhöhle verdaut.

Dipsastraea favus 

Dipsastraea favus ist eine Art kolonialer Steinkorallen aus der Familie der Merulinidae. Sie lebt in den tropischen Gewässern des Indischen und Pazifischen Ozeans.

Dipsastraea favus
(Ras Muhammad Nationalpark, Ägypten)
Foto: Diego Delso, delso.photo, License CC-BY-SA 

Dipsastraea favus
(Ras Muhammad Nationalpark, Ägypten)
Foto: Diego Delso, delso.photo, License CC-BY-SA 

Dipsastraea favus
(Ras Muhammad Nationalpark, Ägypten)
Foto: Diego Delso, delso.photo, License CC-BY-SA 

Dipsastraea favus
(Ras Muhammad Nationalpark, Ägypten)
Foto: Diego Delso, delso.photo, License CC-BY-SA 

Dipsastraea favus
(Ras Muhammad Nationalpark, Ägypten)
Foto: Diego Delso, delso.photo, License CC-BY-SA 

Dipsastraea favus
(Ras Muhammad Nationalpark, Ägypten)
Foto: Diego Delso, delso.photo, License CC-BY-SA 

Dipsastraea favus
(Ras Muhammad Nationalpark, Ägypten)
Foto: Diego Delso, delso.photo, License CC-BY-SA 

Rotfeuerfische (Pterois Miles) ruhen auf einer Koralle (Dipsastraea favus) im Roten Meer
Foto: Diego Delso, delso.photo, License CC-BY-SA 

Echinopora

Echinopora ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Familie der Merulinidae.

Die folgenden Arten werden derzeit anerkannt:

  • Echinopora ashmorensis
  • Echinopora forskaliana
  • Echinopora fruticulosa
  • Echinopora gemmacea
  • Echinopora hirsutissima
  • Echinopora horrida
  • Echinopora irregularis
  • Echinopora lamellosa
  • Echinopora mammiformis
  • Echinopora pacificus
  • Echinopora robusta
  • Echinopora spinulosa
  • Echinopora tiranensis

Echinopora gemmace
(Yorke Island, Straße von Torres, Australien)

Echinopora gemmacea
(Réunion, Indischer Ozean)

Echinopora horrida
(Lizard Island, Australien)

E. horrida wird vom Dornenkronen-Seestern (Acanthaster planci) angegriffen
(Aureed Island, Australien)

Echinopora lamellosa
(Saudí Arabien)

Kofferfisch-Paar (Ostracion meleagris) über Echinopora-Stock

Forscher untersuchen die Verteilung der Koralliten auf der Oberfläche von E. lamellosa
(Poruma Island, Australien) 

Echinopora lamellosa
(Ningaloo Reef, Westaustralien) 

Echinopora lamellosa 
(Coconut Island, Australien)

E. lamelosa mit einem Paar Trimma rubromaculatum

Echinopora mammiformis
(Lizard Island, Australien)

Polypen von Echinopora mammiformis

Verzweigte Form von E. mammiformis 
(Lizard Island, Australien)

Verzweigte Form von E. mammiformis 
(Lizard Island, Australien) 

Verkrustete Form von E. mammiformis
(Lizard Island, Australien)


Echinopora pacificus
(Yorke Island, Straße von Torres, Australien)

Echinopora sp.
(Bunaken Island, Sulawesi, Indonesien)

Favites

Favites ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Familie der Merulinidae. Mitglieder dieser Gattung sind im Indopazifik beheimatet.Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Roten Meer über den Indischen Ozean und den Westpazifik bis nach Japan, den Line-Inseln und den Tuamotu-Inseln.
Kolonien können verkrustet sein, wachsen jedoch meist massiv und kuppelförmig. Die Koralliten sind größtenteils Cerioid (sie haben eine gemeinsame Wand), aber einige sind Plocoid (mit einer einzelnen Wand) und die palliformen Lappen sind undeutlich, was diese Korallen von den ansonsten ähnlichen Goniastrea unterscheidet.

Die folgenden Arten werden vom Weltregister der Meeresarten anerkannt:
Favites abdita
Favites acuticollis
Favites chinensis
Favites colemani
Favites complanata
Favites favosa
Favites flexuosa
Favites halicora
Favites magnistellata
Favites melicerum
Favites micropentagonus
Favites monticularis
Favites paraflexuosus
Favites pentagona
Favites rotundata
Favites solidocolumellae
Favites spinosa
Favites stylifera
Favites valenciennesi
Favites vasta

Favites complanata
(Réunion, Indischer Ozean)

Favites flexuosa
(Straße von Torres, Australien)

Favites flexuosa
mit ausgestreckten Polypen (Nachtaufnahme)

Favites halicora
neben einer Tridacna-Muschel. 
(Straße von Torres, Australien)

Favites halicora
(Maldiven, Indischer Ozean)

Favites russelli
(Straße von Torres, Australien)

Nahaufnahme von Favites-Polypen mit expandierten Tentakeln.

 

Favites abdita 

Favites abdita ist eine Steinkorallenart aus der Familie der Merulinidae. Sie ist im Indopazifik beheimatet. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Ostafrika und dem Roten Meer über den Indischen Ozean bis zum Westpazifik.

Favites abdita ist eine massive koloniebildende Koralle, die abgerundete, unregelmäßige Hügel bildet. Die Koralliten haben einen Durchmesser von 10 bis 14 mm und dicke Wände. Die Septen sind gerade mit gut entwickelten Zähnen. Es kommen verschiedene Farben vor, die von rotbraun bis graugrün reichen. Die Mundscheiben sind in der Regel grün.

Verbreitung:
Favites abdita stammt aus der indopazifischen Region und kommt dort in flachen tropischen und subtropischen Meeren vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Roten Meer und Südafrika bis nach Indien, Indonesien, Japan, Australien und den zentralpazifischen Inselgruppen. Sie kommt in Tiefen bis zu etwa 15 Meter vor, häufig auf Felsen und felsigen Riffen, äußeren Riffkanälen, Riffhängen und Lagunen. Man findet sie auch in größeren Tiefen auf Korallenschutt zwischen Riffen.

Gefährdung:
Favites abdita ist eine weit verbreitete Art und wahrscheinlich widerstandsfähiger als einige andere Korallenarten. Es gibt keine genauen Informationen über die Populationsentwicklung, aber diese Koralle ist den gleichen Bedrohungen ausgesetzt wie andere Arten; globale Erwärmung, Versauerung der Ozeane und Verschlechterung der Korallenrifflebensräume. Favites abdita wird für den Aquaristik-Handel gesammelt. Die Internationale Union für Naturschutz hat ihren Erhaltungszustand als „nahezu gefährdet“ eingestuft.

Favites complanata

Favites complanata ist eine Steinkorallenart aus der Familie der Merulinidae. Sie ist im Indopazifik beheimatet. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Roten Meer über den Indischen Ozean bis zum westlichen und zentralen Pazifik.

Auf dem Bild:
Favites complanata (Koh Phangan, Thailand)

Kolonien von Favites complanata bilden feste Kuppeln oder einen Hügel. Die Koralliten (steinige Schalen, in denen die Polypen sitzen) sind groß und etwas kantig, mit dicken, abgerundeten Wänden dazwischen. Die Kelche haben einen Durchmesser von 8 bis 12 Millimetern. Die Septen (steinige Grate innerhalb der Koralliten) bestehen aus zwei Wirbeln und haben jeweils vier oder fünf Zähne. Favites complanata hat normalerweise eine mattbraune Farbe, wobei die Mundscheiben der Polypen manchmal eine kontrastierende grüne oder graue Farbe haben.

Verbreitung:
Favites complanata kommt im westlichen und zentralen Indopazifik vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Madagaskar, den Seychellen und dem Roten Meer bis nach Indien, den Malediven, Australien, Japan und dem Ostchinesischen Meer. Sie kommt in verschiedenen Rifflebensräumen in Tiefen bis zu etwa 30 Metern vor.

Ökologie:
Die Polypen von Favites complanata strecken nachts ihre Tentakel aus, um Plankton zu fangen. Ein Großteil des Nährstoffbedarfs dieser Koralle wird jedoch durch die in ihrem Gewebe eingelagerten Zooxanthellen gedeckt. Diese symbiotischen einzelligen Dinoflagellaten nutzen die Photosynthese, um organische Moleküle zu erzeugen. Unter ungünstigen Bedingungen, beispielsweise wenn die Koralle durch hohe Temperaturen gestresst ist, können die Zooxanthellen ausgestoßen werden und die Koralle bleicht aus und wird weiß. Bei dieser Art kommt es häufig zu Bleichen, wenn die Wassertemperatur über 30 °C steigt.

Favites complanata
(Koh Phangan, Thailand)

Favites complanata
(Aureed Island, Straße von Torres, Australien)

Favites pentagona

Favites pentagona ist eine Steinkorallenart aus der Familie der Merulinidae. Sie ist im Indopazifik beheimatet. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Roten Meer über den Indischen Ozean bis zum Westpazifik. Sie ist eine häufige Korallenart in ihrem weiten Verbreitungsgebiet.

Auf dem Bild:
Favites pentagona (Koh Phangan, Thailand)

Kolonien von Favites pentagona wachsen verkrustet oder massiv, manchmal mit Lappen, die unregelmäßige Säulen bilden. Die Kolonie kann sich auf einen Durchmesser von etwa einem Meter ausbreiten. Die Koralliten haben einen Durchmesser von weniger als 6 mm. Die Korallenwände sind scharfkantig und dünn. Mehrere Polypen können eine gemeinsame Wand haben. Die palliformen Lappen sind auf der Mundscheibe deutlich sichtbar und es gibt eine kleine Anzahl von Septen. Diese Koralle ist oft lebhaft gefärbt, mit kontrastierenden (oft grünen) Mundscheiben und braunem, rotem oder violettem Coenosarc, dem lebenden Gewebe, das das Skelett zwischen den Polypen bedeckt.

Verbreitung:
Favites pentagona stammt aus der indopazifischen Region und kommt dort in flachen tropischen und subtropischen Meeren vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Roten Meer und Südafrika bis nach Indien, Indonesien, Japan und Australien, wo sie sowohl in Westaustralien als auch am Great Barrier Reef vorkommt. Ihre Tiefenverbreitung beträgt bis zu 25 Meter Wassertiefe. Sie kommt häufig an felsigen Riffen, äußeren Riffkanälen, Riffhängen und in Lagunen vor.

Ökologie:
Favites pentagona ist eine zooxanthellate Korallenart. Das bedeutet, dass es in seinem Gewebe symbiotische einzellige Dinoflagellaten beherbergt, die die Energie des Sonnenlichts nutzen, um Nährstoffe zu synthetisieren, von denen die Wirtskoralle profitiert. Es handelt sich um eine aggressive Korallenart. Nachts streckt es seine Polypen aus, um sich von Plankton zu ernähren. Außerdem streckt sie ihre länglichen, mit Nesselzellen bewaffneten Kampftentakel weit über die Grenzen ihrer Basis hinaus, um zu vermeiden, dass sie von anderen Organismen und konkurrierenden Korallen überwuchert wird. Favites-Arten beseitigen Sand, der sich auf ihrer Oberfläche ablagert, indem sie ihre Polypen aufblähen, sodass das Sediment abfällt.

F. pentagona ist ein gleichzeitiger Hermaphrodit, wobei die Eier und Spermien in Bündeln freigesetzt werden. In jedem Gebiet erfolgt das Laichen in der Regel synchron, wobei alle Korallen gleichzeitig ihre Gametenbündel freisetzen. Diese steigen an die Meeresoberfläche und schwimmen, wodurch die Chance auf eine erfolgreiche Befruchtung maximiert wird.

F. pentagona ist anfällig für die Schwarzbandkrankheit und die Weiße Pest, zwei Korallenkrankheiten, die seit den 1990er Jahren häufiger auftreten.

Favites pentagona
(Réunion, Indischer Ozean)

Favites pentagona

im Aquarium von Arrecife
(Lanzarote, Kanarische Inseln)

Goniastrea

Goniastrea ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Familie der Merulinidae. Arten der Gattung Goniastrea bilden riesige Kolonien, meist kugelförmig oder länglich, mit gut entwickelten paliformen Lappen. Polypen sind nur nachts zu sehen.
Goniastrea-Arten stammem aus der Indopazifik-Region. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Norden Madagaskars und der Ostküste Afrikas bis zu den Malediven, Südostasien, Japan, Australien und den Inselgruppen im Pazifischen Ozean. Sie kommen in den Gezeitenzonen an den vorderen und hinteren Riffhängen sowie in Lagunen vor.

Die folgenden Arten sind derzeit im Weltregister der Meeresarten anerkannt:

  • Goniastrea columella
  • Goniastrea edwardsi
  • Goniastrea favulus
  • Goniastrea minuta
  • Goniastrea pectinata
  • Goniastrea ramosa
  • Goniastrea retiformis
  • Goniastrea stelligera
  • Goniastrea thecata

Goniastrea favulus
teilweise trocken gefallen bei Ebbe (Normanby Island, Australien)

Goniastrea pectinata 
im Roten Meer

Foto: Diego Delso, delso.photo, License CC-BY-SA

Goniastrea pectinata 
im Roten Meer

Foto: Diego Delso, delso.photo, License CC-BY-SA 

Goniastrea pectinata 
im Roten Meer

Foto: Diego Delso, delso.photo, License CC-BY-SA

Goniastrea pectinata 
im Roten Meer

Foto: Diego Delso, delso.photo, License CC-BY-SA

Goniastrea australensis
(Straße von Torres, Australien)

Skelett von Goniastrea favulus

 Goniastrea retiformis (GeoMuseum der Universität zu Köln)

Hydnophora

Hydnophora ist eine Gattung großpolypiger Steinkorallen aus der Familie der Merulinidae.
Liste der Arten laut Weltregister der Meeresarten:

  • Hydnophora bonsai
  • Hydnophora exesa
  • Hydnophora grandis
  • Hydnophora microconos
  • Hydnophora pilosa
  • Hydnophora rigida

Hydnophora exesa
(Lizard Island, Australien)

Hydnophora exesa
(Lizard Island, Australien)

Hydnophora exesa
(Lizard Island, Australien) 

Hydnophora exesa
(Ningaloo Reef, Australia) 

Hydnophora exesa
(South Island, Kokosinseln, Australien)

Hydnophora in einem Heim-Aquarium

Hydnophora rigida

Hydnophora rigida ist eine Steinkorallenart aus der Familie der Merulinidae. Sie wurde erstmals 1846 beschrieben. Ihre Farbe reicht von grün und braun bis zu cremefarben. Sie können aber auch grün fluoreszieren und cyanrot emittieren.

H. rigida ist eine der häufigsten Hydnophora-Arten. Sie kommen häufig in flachen Riffumgebungen rund um Australien und den Philippinen, Fidschi, Indonesien, Samoa, den Salomonen, im Great Barrier Reef, am Nordwestkap und im Korallenmeer vor. Man findet sie auch an den Ostküsten Afrikas und rund um Madagaskar. H. rigida bewohnt tendenziell Lagunen und geschützte Riffhänge.

H. rigida hat dünne, cremefarbene oder grüne Zweige ohne verkrustete Basis. Die Koralle weißt häufig eine grüne Fluoreszenz oder eine cyanrote Emission auf. H. rigida kommt in Tiefen von 1–30 m vor Die Kolonien sind buschig mit kleinen konischen Halterungen, sogenannten Monticules, die einzigartig sind, weil sie sich dort bilden, wo die Korallitwände des benachbarten Polypen miteinander verschmelzen. Die Polypen, die die Basis der Monticules umgeben, können braun erscheinen und einen leichten Kontrast aufweisen. Sie haben auch Tentakel, die nachts hervorkommen um Plankton zu fangen.

Leptoria

Leptoria ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Familie der Merulinidae. Arten dieser Gattung sind als Hirnkorallen oder geschlossene Hirnkorallen bekannt. Sie sind im Indopazifik beheimatet. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Roten Meer über den Indischen Ozean bis nach Japan und dem südlichen Zentralpazifik.
Die Kolonien sind massiv und die Koralliten sind mäanderförmig (in mäandrierenden Tälern auf der Korallenoberfläche). Die Septen sind sauber angeordnet wie Sprossen auf einer Leiter.

Die folgenden beiden Arten werden derzeit vom Weltregister der Meeresarten anerkannt:

  • Leptoria irregularis
  • Leptoria phrygia

Leptoria phrygia
Verkrustete Form
(Reunión, Indischer Ozean)

Leptoria phrygia
(Saint Leu, Reunión) 

Leptoria phrygia
(Saint Leu, Reunión)

Leptoria phrygia
Verkrustete Form
(Reunión, Indischer Ozean)

Leptoria phrygia
(Rotes Meer, Ägypten)
Foto: Diego Delso, delso.photo, License CC-BY-SA

Merulina

Merulina ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Familie der Merulinidae. Arten dieser Gattung sind im Indopazifik beheimatet. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Roten Meer über den Indischen Ozean bis nach Japan und dem südlichen Zentralpazifik. Merulina ampliata ist die Typusart.
Merulina-Kolonien können laminar, blättrig, säulenförmig oder baumförmig sein und alle diese Formen in einer einzigen Kolonie annehmen. Auf laminaren Platten verlaufen Täler strahlenförmig vom Zentrum aus und werden auf verzweigten Strukturen verzerrt.


Die folgenden Arten werden derzeit vom Weltregister der Meeresarten anerkannt:

  • Merulina ampliata
  • Merulina isseli
  • Merulina rotunda
  • Merulina scabricula
  • Merulina scheeri
  • Merulina triangularis

Merulina scabricula

Merulina scabricula

Merulina cylindrica

Merulina cylindrica

Orbicella

Orbicella ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Familie der Merulinidae. Der Orbicella-Artenkomplex umfasst drei Schwesterarten, nämlich Orbicella faveolata, Orbicella anularis und Orbicella franksi, die allesamt zooxanthellate Flachwasserarten sind und im tropischen Westatlantik, im Karibischen Meer und im Golf von Mexiko beheimatet sind.

Taxonomie:
Diese Korallen sind allgegenwärtig und wichtige Riffbildner in der Karibik. Ihre ähnlichen Koloniemorphologien führten Wissenschaftler dazu, sie in der Vergangenheit einer einzigen Art, Montastraea anularis, zuzuordnen, die drei Morphotypen „buckelig“, „säulenförmig“ und „massiv“ umfasste. Es wurde angenommen, dass diese Wachstumsformen als Reaktion auf abiotische Faktoren (z. B. Tiefe, Lichtverfügbarkeit) entstehen. Diese taxonomische Klassifizierung wurde durch weitere ökologische, reproduktive, genetische und morphologische Beweise in Frage gestellt, die zur Neubeschreibung von drei verschiedenen Arten führten: Montastraea faveolata (massiv), M. anularis (säulenförmig) und M. franksi.
Eine im Jahr 2012 veröffentlichte taxonomische Überarbeitung ergab, dass der „Montastraea anularis-Artenkomplex“ eine separate Klade bildet, die nun zur Gattung Orbicella mit drei Arten gehört (O. faveolata, O. anularis, O. franksi).

Die folgenden Arten werden derzeit vom Weltregister der Meeresarten anerkannt:

  • Orbicella anularis
  • Orbicella faveolata
  • Orbicella franksi


Skeletteigenschaften:
Das Orbicella-Skelett besteht aus CaCO3 in der Kristallform von Aragonit. Die Wachstumsrate wurde mit der Tiefe korreliert. Darüber hinaus enthält das Skelett auch Brucit in den Zwischenräumen (Mikrobialitäten). Diese Brucitpartikel verkrusten Mikroben, die im Korallenskelett wachsen.

Artbildung und Fortpflanzungsbarrieren:
Artbildung ist der schrittweise Prozess, durch den Arten entstehen. Die Artbildung kann aus vielen Perspektiven untersucht werden, aber unabhängig von der Perspektive erfordert sie oft eine reproduktive Isolation zwischen Arten. Bei den Orbicella-Arten handelt es sich um verbreitete Laichkorallen, die jährlich am selben Abend Gameten in die Wassersäule abgeben. Die Laichnacht findet normalerweise im August und September, den wärmsten Monaten des Jahres und zwar fünf bis acht Nächte nach dem Vollmond statt. Einige Autoren argumentieren, dass diese Arten, insbesondere O. anularis und O. faveolata, gleichzeitig laichen, aber die meisten Berichte belegen, dass die Orbicella-Arten zeitlich um einige Stunden isoliert sind. Es wird angenommen, dass der genaue Zeitpunkt dieser Laichereignisse von der Lichtverfügbarkeit und den wahrgenommenen Sonnenuntergangs-/Mondaufgangszeiten abhängt. Spermien und Eier werden in kleinen Bündeln verpackt freigesetzt, die aufgrund der Oberflächenspannung aufbrechen, wenn sie die Wasseroberfläche erreichen. Das Timing ist wichtig, um die Chancen zu erhöhen, dass Gameten einander in der Wassersäule finden. Hybridisierungsstudien berichteten über einige Erfolge bei der Kreuzung von O. anularis und O. franksi. Dennoch sind Kreuzungen mit O. faveolata durchweg erfolglos. Diese Kreuzungen wurden jedoch unter Laborbedingungen durchgeführt, die nicht natürlich sind (O. anularis wurde im Voraus abgedeckt, um ihn zum Laichen zu verleiten), sodass es unwahrscheinlich ist, dass diese Kreuzungen in der Natur vorkommen. Darüber hinaus werden Gameten in der Natur verdünnt und altern schnell. Daher werden Orbicella-Arten auf mindestens diese beiden Arten reproduktiv isoliert, was eine Artenunterscheidung und -entwicklung ermöglicht.

Orbicella annularis

(San Salvador, Bahamas) 

Orbicella annularis

(San Salvador, Bahamas)

Orbicella annularis

 Orbicella faveolata
(Cartagena, Kolumbien)

Orbicella faveolata
(Cartagena, Kolumbien)

Orbicella faveolata

Plattenförmig wachsende Orbicella-Kolonie
(Varadero, Kuba)

Oulophyllia

Oulophyllia ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Familie der Merulinidae. Mitglieder dieser Gattung sind im tropischen westlichen und zentralen Indopazifik beheimatet.

Die Kolonien dieser Korallen sind massiv und bilden kuppelförmige Hügel, ähnlich den Faviten, aber die Koralliten sind in Tälern mit breiten Graten dazwischen angeordnet.

Die folgenden Arten werden derzeit vom Weltregister der Meeresarten anerkannt:

  • Oulophyllia bennettae
  • Oulophyllia crispa
  • Oulophyllia levis

Auf dem Bild:
Oulophyllia crispa

Paragoniastrea

Paragoniastrea ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Familie der Merulinidae.

Die folgenden Arten werden derzeit vom Weltregister der Meeresarten anerkannt:

  • Paragoniastrea australensis
  • Paragoniastrea deformis
  • Paragoniastrea russelli 

Auf dem Bild:
Skelett von Paragoniastrea australensis
aus dem Roten Meer (Eritrea) 


Paragoniastrea australensis

Kolonien von Paragoniastrea australensis können massiv, submassiv oder verkrustend sein. Die Koralliten sind in tiefen Tälern mit steilen Wänden angeordnet. Die Täler sind mäanderförmig und können je nach Lebensraum, in dem die Koralle wächst, kurz oder lang sein. Die Farbe dieser Koralle ist sehr unterschiedlich und weist meist einen Grün- oder Braunton auf, wobei der Talboden oft einen Kontrast zum Rest der Oberfläche bildet.

Auf dem Bild:
Paragoniastrea australensis

(Aureed Island, Straße von Torres, Australien)


Verbreitung und Lebensraum:
Diese weit verbreitete und häufige Art kommt in flachen oder klaren Gewässern im Indo-West-Pazifik vor (Rotes Meer, Golf von Aden, Indischer Ozean, Australien, Südostasien, Japan und Chinesisches Meer).

Biologie:
Paragoniastrea australensis ist eine zooxanthellate Korallenart. Den größten Teil ihres Nährstoffbedarfs deckt sie aus den symbiotischen Dinoflagellaten, die in ihrem Gewebe leben, und ergänzt diese durch die von den Polypen gefangenen Planktonorganismen.

Diese Koralle ist eine weit verbreitete Art mit einem großen Verbreitungsgebiet und einer großen Gesamtpopulationsgröße, was sie widerstandsfähiger als einige andere Korallenarten macht. Die Hauptbedrohungen für Korallen hängen mit der mechanischen Zerstörung ihrer Korallenrifflebensräume und dem Klimawandel zusammen. Dazu gehören zunehmende Schäden durch extreme Wetterereignisse, steigende Meerwassertemperaturen und Ozeanversauerung.

Pektinia 

Pektinien sind eine Korallengattung aus der Familie der Merulinidae.

Arten:

  • Pectinia africana
  • Pectinia alcicornis
  • Pectinia crassa
  • Pectinia elongata
  • Pectinia lactuca
  • Pectinia laxa
  • Pectinia maxima
  • Pectinia paeonia
  • Pectinia pygmaea
  • Pectinia teres

Pectinia paeonia
(Bunaken Island, Sulawesi, Indonesien)

Pectinia lactuca
(Koh Phangan, Thailand) 
Das Loch stammt vermutlich von einem Röhrenwurm.

Pectinia lactuca
(Koh Phangan, Thailand)

Verästelt wachsende
Pectinia lactuca
(Koh Phangan, Thailand)

Krustenförmig wachsende
Pectinia lactuca 
(Lizard Island, Australien)

Pectinia paeonia
(Lizard Island, Australien)

Pectinia paeonia
(Lizard Island, Australien)

Pectinia-Skelett im Naturhistorischen Museum Perpignan

Platygyra

Platygyra ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Familie der Merulinidae.

Die folgenden Arten werden derzeit anerkannt:

  • Platygyra acuta
  • Platygyra carnosus
  • Platygyra contorta
  • Platygyra crosslandi
  • Platygyra daedalea
  • Platygyra lamellina
  • Platygyra pini
  • Platygyra ryukyuensis
  • Platygyra sinensis
  • Platygyra verweyi
  • Platygyra yaeyamaensis

Hirnkoralle im Roten Meer
(Insel Sernaka)

Platygira sinensis (Malediven)

Falterfisch (Chaetodon baroness), im Hintergrund: Acropora nasuta wächst um eine Hirnkoralle herum.

Platygyra ryukyuensis 

Fisheries Aquarium (Port Blair, Andamanen und Nikobaren)
Bild von Dr. Raju Kasambe.

Platygyra-Skelett im Natural History Museum London

Platygyra in der Na'ama-Bucht
(Sharm el-Sheikh, Ägypten)

Drei Lippfische (Thalassoma bifasciatum)  schwimmen über einer großen Hirnkoralle.

Platygyra contorta

Platygyra contorta ist eine Art koloniebildender Steinkorallen aus der Familie der Merulinidae. Sie wurde 1990 von John Veron beschrieben und kommt in ihrem Verbreitungsgebiet in Tiefen von 2 bis 20 Metern vor.  Ihre Kolonien haben einen Durchmesser von über 1 Meter.

Auf dem Bild:
Verkrustete Kolonie von Platygyra contorta (Osttimor)
Photograph: Lyndon DeVantier

Platygyra contorta ist eine koloniale Art, die in säulenförmigen oder verkrustenden Strukturen vorkommt. Sie hat eine hellgelbe, grüne, graue oder rote Farbe und dünne Wände. Kolonien haben oft Durchmesser von mehr als 1 Meter. Die Art hat ein ähnliches Aussehen wie Goniastrea deformis und Platygyra verweyi.

Verbreitung:
Platygyra contorta kommt im östlichen und westlichen Indischen Ozean sowie im nordwestlichen, östlichen zentralen und westlichen zentralen Pazifik vor. In Japan kommt sie in der Nähe des Festlandes (Honshu) häufig vor, auf den Ryūkyū-Inseln dagegen selten. Sie kommt auch in Australien, Vietnam, Jemen, Madagaskar, Fidschi, Thailand, den Marshallinseln und Ostafrika vor. Die Art kommt in Tiefen zwischen 2 und 20 Metern in Lagunen, flachen Riffen und auf Felsen vor. Es wird angenommen, dass die Population abnimmt und die Art durch den Klimawandel, die Versauerung der Ozeane, Korallenkrankheiten, Fischerei, menschliche Aktivitäten und Bleiche bedroht ist.

Platygyra daedalea 

Platygyra daedalea ist eine koloniale Steinkorallenart aus der Familie der Merulinidae. Sie kommt an Riffen im flachen Wasser im Indopazifik vor. Es handelt sich um eine weit verbreitete Art.

Auf dem Bild:
Platygyra daedalea (Réunion, Indischer Ozean)

Platygyra daedalea bildet normalerweise riesige kuppel- oder felsenförmige Kolonien, die einen Durchmesser von einem Meter oder mehr haben können; Manchmal bilden sich jedoch abgeflachte Platten oder es bilden sich Krusten. Die Polypen liegen in mäandrierenden Tälern mit niedrigen, oft perforierten Mauern dazwischen. Die Septen sind gezähnt und hervorstehend, meist mit unebenen oder spitzen Spitzen. In der Mitte des Tals befindet sich ein deutlich sichtbarer Grat, die Columella. Die Farbe variiert und es kann kontrastierende Täler und Grate geben. Diese Koralle kann von der ähnlichen, aber weniger weit verbreiteten Platygyra lamellina dadurch unterschieden werden, dass die Täler breiter sind und die Wände zwischen ihnen mehr vertikale Seiten und flachere Spitzen haben.

Auf dem Bild:
Platygyra daedalea (Koh Phangan, Thailand)

Verbreitung und Lebensraum:
Platygyra daedalea ist eine häufige Art mit einer weiten Verbreitung im indopazifischen Raum. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Madagaskar, der Ostküste Afrikas, dem Roten Meer und dem Golf von Aden bis nach Australien, Indonesien, Japan und dem Südchinesischen Meer. Sie kommt in verschiedenen Riffumgebungen vor, insbesondere an den hinteren Riffhängen, von Gezeitenfelsen bis zu einer Tiefe von etwa 30 Metern. Besonders häufig kommt sie im Golf von Thailand und im Südchinesischen Meer vor.

Auf dem Bild:
Platygyra daedalea (Koh Phangan, Thailand)

Ökologie:
Die Polypen von P. daedalea dehnen sich nachts aus, um vorbeischwebende Planktonpartikel aufzufangen. Allerdings bezieht diese Koralle den größten Teil ihrer Nahrung aus den Dinoflagellaten, den sogenannten Zooxanthellen, die sie in ihrem Gewebe beherbergt. Diese versorgen ihren Wirt mit organischem Kohlenstoff und Stickstoff, den Produkten der Photosynthese. Um von dieser symbiotischen Vereinbarung zu profitieren, muss P. daedalea in flachen, sonnendurchfluteten Umgebungen wachsen.

Auf dem Bild:
Platygyra daedalea (Mekka, Saudi-Arabien)

Platygyra daedalea ist eine aggressive Koralle und versucht zu verhindern, dass Konkurrenten sie in den Schatten stellen. Forscher platzierten kleine Kolonien dieser Art neben ähnlich großen Kolonien der weniger aggressiven Favites complanata. Einige der Tentakel von P. daedalea entwickelten sich zu Kampftentakeln, die dann das Weichgewebe der angrenzenden F. complanata schädigten. Diese Kampftentakel waren bis zu 90 Millimeter lang, etwa fünfzehnmal so lang wie ein normaler Tentakel, und stark mit Nesselzellen bewaffnet. Der Weichteilschaden war groß, das Skelett lag stellenweise frei und Schwämme, Algen und andere Bewuchsorganismen wuchsen darauf. Drei der zehn angegriffenen Korallen starben schließlich.

Platygyra daedalea, Ras Muhammad Nationalpark, Ägypten
Foto: Diego Delso, delso.photo,
License
CC-BY-SA

Platygyra daedalea, Ras Muhammad Nationalpark, Ägypten
Foto: Diego Delso, delso.photo,
License
CC-BY-SA 

Platygyra daedalea, Ras Muhammad Nationalpark, Ägypten
Foto: Diego Delso, delso.photo,
License
CC-BY-SA 

Platygyra daedalea
(Réunion, Indischer Ozean)

Platygyra daedalea
(Koh Phangan, Thailand)

Platygyra daedalea
(Koh Phangan, Thailand)

Platygyra daedalea
(Thuwal, Saudi-Arabien)

Platygyra lamellina 

Platygyra lamellina, die Hirnkoralle, ist eine koloniale Steinkorallenart aus der Familie der Merulinidae. Sie kommt an Riffen im flachen Wasser im Indopazifik vor. Die Internationale Union für Naturschutz hat ihren Erhaltungszustand als „nahezu gefährdet“ eingestuft.

Auf dem Bild:
Platygyra lamellina (Sulawesi, Indonesien) 


Beschreibung:
Platygyra lamellina zeigt mäandrierende Koralliten und gleichmäßig angeordnete Septen. Kolonien von P. lamellina bilden normalerweise massive, abgerundete Hügel, manchmal mit knotigen Schwellungen, können aber auch flache Platten bilden.
Diese Koralle hat normalerweise einen Braunton, wobei der Talboden manchmal grünlich oder grau ist. Von der ansonsten ähnlichen Platygyra daedalea unterscheidet sie sich durch die Dicke der Korallitwände und die abgerundeteren Septen.

Verbreitung und Lebensraum:
P. lamellina ist im indopazifischen Raum weit verbreitet, kommt aber im Allgemeinen selten vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Madagaskar, der Ostküste Afrikas und dem Roten Meer bis nach Australien, Indonesien, Japan und dem Ostchinesischen Meer. Sie kommt als Teil der Riffgemeinschaft in verschiedenen Lebensräumen vor, insbesondere an den hinteren Riffhängen, aber auch an den vorderen Riffen und in Lagunen.

Biologie:
Das Laichen von P. lamellina, einem gleichzeitigen Hermaphroditen, erfolgt im Sommer nachts zu einem von der Mondphase bestimmten Datum; Im Roten Meer ist dies der drei- bis fünftägige Zeitraum um den Neumond im Juli und der ähnliche Zeitraum im August. Von den Korallen werden Gruppen von Eiern und Spermien freigesetzt, die schwimmfähig sind und an die Oberfläche steigen. Die Befruchtung erfolgt hier mindestens zwanzig Minuten später, nachdem sich Eizellen und Spermien verteilt haben. Weder die Eier noch die Planula-Larven, die sich etwa zwei Tage später entwickeln, enthalten Zooxanthellen. Die Planula-Larven siedeln sich etwa zwei Monate später am Meeresboden an und verwandeln sich in Polypen. Es wird angenommen, dass die langsame Entwicklung der Larven auf das Fehlen von Zooxanthellen zurückzuführen ist, da die Symbionten bei dieser Art erst im primären Polypenstadium erworben werden.

Trachyphyllia

Die Gattung Trachyphyllia ist monotypisch mit der einzigen ArtTrachyphyllia geoffroyi und kommt im gesamten Indopazifik vor. Die Hirnkoralle (Trachyphyllia geoffroyi) ist eine farbenfrohe, frei lebende Korallenart aus der Familie der Merulinidae.

Hirnkorallen können Einzelgänger oder Kolonien sein. Es handelt sich um kleine Korallen, die selten einen Durchmesser von mehr als 20 cm erreichen. Sie leben frei und weisen eine flabello-meandroide Wuchsform auf, was bedeutet, dass sie ausgeprägte Talregionen haben, die durch Wände getrennt sind. Bei Kolonialformen können die Talregionen mehrere einzelne Polypen enthalten. Die Komplexität der Talregionen kann unterschiedlich sein; einige haben die Form einer Sanduhr, während andere stark gelappt sind. Sie weisen typischerweise eine bilaterale Symmetrie auf. Tagsüber, wenn der Polyp geschlossen ist, ist die Koralle von einem Mantel bedeckt, der über das Skelett hinausragt, sich aber bei Störungen zurückziehen kann. Polypen und Mantel sind sehr fleischig. Kolonien können blau, grün, gelb oder braun sein und sind oft leuchtend gefärbt.

Es ist bekannt, dass Trachyphyllia geoffroyi eine Gallkrabbe, Lithoscaptus semperi, beherbergt.

Auf den Bildern:
Gallkrabbe (Lithoscaptus semperi)
A: Dorsalansicht des Beins,
B: Ventralansicht des Beins,
C: Dorsalansicht des Männchens,
D: Ventralansicht des Männchens,
E: Dorsalansicht des jungen Männchens,
F: Lithoscaptus semperi auf einer Trachyphyllia geoffroyi (Kudat, Malaysia)

Verbreitung und Lebensraum:
Hirnkorallen kommen im gesamten Indopazifik vor, vom Roten Meer bis nach Neukaledonien. Man findet sie bis zu einer maximalen Tiefe von 40 Metern.
Trachyphyllien kommen direkt in Korallenriffgemeinschaften weniger häufig vor und kommen häufiger an sandigen Riffhängen, um kontinentale Inseln und in Lagunen vor. Hirnkorallen findet man oft in der Nähe anderer frei lebender Korallen.

Bedrohungen:
Die IUCN listet Trachyphyllia geoffroyi als „beinahe gefährdet“ aufgrund von Lebensraumverlust und Überfischung für den Aquarienhandel auf. Der größte Exporteur von Hirnkorallen ist Indonesien. Im Jahr 2005 exportierte Indonesien über 60.000  

Trachyphyllien für den Aquaristikhandel.
Weitere Bedrohungen sind Krankheiten, Versauerung der Ozeane und schwere Stürme.

Auf dem Bild:
Trachyphyllia geoffroyi vor Lizard Island (Australien)

Große Kolonien offener Hirnkorallen sind selten und werden typischerweise nur in Meeresschutzgebieten beobachtet.

Mussidae

Stamm: Nesseltiere (Cnidaria)
Klasse: Blumentiere (Anthozoa)
Unterklasse: Hexacorallia
Ordnung: Steinkorallen (Scleractinia)

Unterordnung: Faviina
Familie: Mussidae 

Synonyme: Faviidae 


Die Mussidae sind eine Familie von Steinkorallen in der Ordnung Scleractinia. Nach einer taxonomischen Überarbeitung im Jahr 2012 ist die Familie nun auf Arten beschränkt, die im Atlantischen Ozean vorkommen, während pazifische Arten in die neue Familie Lobophylliidae überführt wurden. Viele Arten werden als Hirnkorallen bezeichnet, weil ihre im Allgemeinen kugelförmige Form und gerillte Oberfläche den Windungen eines Gehirns ähneln.

Auf dem Bild:
Hirnkoralle, Diploria labyrinthiformis (Kolumbien)

Taxonomie:
Die Familie Mussidae ist aus morphologischen Gründen seit langem bekannt, aber neuere molekulare Analysen haben gezeigt, dass sie und mehrere andere verwandte Familien polyphyletisch sind und die Ähnlichkeiten zwischen den Arten durch konvergente Evolution, also nebeneinander aber unabhängig voneinander, entstanden sind. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass einige traditionelle Gattungen wie Favia und Scolymia polyphyletisch sind, wobei die atlantischen Faviiden und Scolymiden enger miteinander verwandt sind als mit ihren pazifischen Verwandten. Eine 2012 vorgeschlagene überarbeitete Klassifizierung ordnet die pazifischen Arten einer neuen Familie, Lobophylliidae, zu und behält das Taxon Mussidae für die atlantischen Arten bei. Die Familie Faviidae wird auf eine Unterfamilie der Mussidae, die Faviinae, reduziert.

Das Weltregister der Meeresarten umfasst die folgenden Gattungen in der Familie:

Unterfamilie Faviinae:

  • Colpophyllia
  • Diploria
  • Favia
  • Manicin
  • Mussismilia
  • Pseudodiploria


Unterfamilie Mussinae:

  • Isophyllia
  • Mussa
  • Mycetophyllia
  • Scolymia
  • Variabilifavia

Beschreibung:
Die Arten aus der Familie Mussidae sind hermatypische oder riffbildende Korallen und können entweder einzeln oder kolonial leben. Im Allgemeinen handelt es sich um massive Korallen mit robusten, dichten Skeletten. Die Koralliten (steinige Becher, die von den Polypen, in denen sie sitzen, abgesondert werden) sind groß, die Septen (steinige Grate) sind mit langen Zähnen verziert. Die Polypen sind groß und fleischig, und bei bestimmten Arten bläht sich die Körperhöhle im Laufe des Tages mit Wasser auf, wodurch das darunter liegende Skelett teilweise sichtbar wird. Alle Arten sind zooxanthellat, das heißt, sie enthalten symbiotische, einzellige, photosynthetische Dinoflagellaten, die im Gewebe leben und die Korallen tagsüber durch Photosynthese mit Nährstoffen versorgen. Nachts dehnen sich die Tentakel der Polypen aus und fangen Zooplankton ein.

Die Knospung erfolgt bei Mussiden stets intrakalikulär und soll in der Mundscheibe des Polypen, innerhalb des Tentakelwirbels, stattfinden. Die Koralliten sind entweder getrennt oder in Reihe angeordnet, und wenn das Coenosteum vorhanden ist, erstreckt es sich über die Wand der Septa („Costate“) hinaus. Die Septumzähne sind spitz und gleichmäßig und entweder quer zur Septenebene oder in zufälligen Richtungen angeordnet. Mit Ausnahme von Scolymia lacera sind die Zähne in jedem Septenzyklus gleich groß.

Aquarienhaltung:
Viele Arten aus der Familie Mussidae werden in Riffaquarien gehalten, wachsen aber sehr langsam. Sie müssen von anderen Korallen getrennt gehalten werden, um Vernesselungen untereinander zu vermeiden, sind aber ansonsten im Vergleich mit anderen Steinkorallen relativ pflegeleicht. Sie sind gefräßige Fresser, die durchaus aktiv gefüttert werden sollten, um gut zu wachsen.

Auf dem Bild:
Scolymia cubensis,
Scolymien, unter Meerwasseraquarianern meist als Scollys bezeichnet, stechen unter allen LPS-Korallen durch die sonderbare, hervorstechende Form und die üppige Farbenpracht hervor.

Colpophyllia

Colpophyllia ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Familie der Mussidae. Sie ist monotypisch mit einer einzigen Art, Colpophyllia natans, die allgemein als Felshirnkoralle oder Großrillenhirnkoralle bezeichnet wird. Sie bewohnt die Hänge und Spitzen von Riffen bis zu einer Tiefe von maximal 50 Metern und zeichnet sich durch große, kuppelförmige Kolonien mit einem Durchmesser von bis zu zwei Metern und durch das mäandrierende Netz aus Bergrücken und Tälern auf seiner Oberfläche aus. Die Grate sind normalerweise braun mit einer einzelnen Furche, und die Täler können braun, grün oder weiß sein und sind gleichmäßig breit, typischerweise 2 Zentimeter. Die Polypen strecken ihre Tentakel nur nachts aus. 

Kolonien von Colpophyllia natans sind meist groß und normalerweise breit gewölbt, wobei die Krümmung typischerweise mit der Größe und damit dem Alter der Kolonie zunimmt. Sie erreichen einen Durchmesser von bis zu zwei Metern und tragen morphologisch den Beinamen „Felsbrocken“. Die Form der Kolonie kann gelegentlich die Form einer abgeflachten Scheibe haben, insbesondere wenn sie jünger ist. Als eine Art Hirnkoralle ist die Oberfläche des Skeletts ein Netzwerk aus gewundenen, geschwungenen Tälern und Graten (oder Wänden), die einem menschlichen Gehirn ähneln.
Die robuste Form, Größe und das langsame Wachstum der Felshirnkoralle ermöglichen es ihr, Bedingungen leichter zu überstehen, denen kleinere und empfindlichere Korallen wie die plattenförmige Koralle Agaricia agaricites erliegen. C. natans und die sympatrische Montastraea anularis ersticken seltener unter der Algenblüte und haben auch den riffzerstörenden Hurrikan Allen vor der Küste Jamaikas im Jahr 1980 überstanden. Korallen in der Karibik sind anfällig für Ausbleichung durch hohe Wassertemperaturen und Sonneneinstrahlung.

Verbreitung und Lebensraum:
Hirnkorallen bewohnen Korallenriffe im Karibischen Meer und im Golf von Mexiko, wobei die meisten Vorkommen vor den Küsten von Belize, der östlichen Halbinsel Yucatán, Südflorida, Puerto Rico, den Jungferninseln und Kuba liegen. Sie sind in Fossilienbeständen mindestens seit dem frühen Pliozän identifizierbar.
Colpophyllia natans gilt als eine der dominanten riffbildenden Korallen der Karibik und ist eine bekannte Art der flacheren Riffränder und -hänge. Man findet sie bis zu einer Tiefe von 50 Metern. Sie wird aber häufiger in seichterem Wasser angetroffen.

Lebenszyklus:

Colpophyllia natans ist ein Hermaphroditen-Breitlaicher, der synchron eine große Anzahl von Gameten freisetzt, um die Befruchtung zu unterstützen. Jeder einzelne Polyp bringt sowohl Eier als auch Spermien hervor und verfügt über die Fortpflanzungsanlagen sowohl des männlichen als auch des weiblichen Geschlechts. Nach der Befruchtung verwandelt sich die Zygote in eine mikroskopisch kleine Larve namens Planula, die sich beim Schwimmen auf einem geeigneten Substrat verankert und eine neue Kolonie gründet. Diese Methode der sexuellen Fortpflanzung weist in mehreren Stadien eine hohe Misserfolgsrate auf und nur wenige neue Kolonien wachsen erfolgreich.

Krankheiten:
Colpophyllia natans ist anfälliger für Korallenkrankheiten als die meisten anderen Korallen in ihrem Lebensraum. Es sind insgesamt sieben Krankheiten bekannt, die C. natans befallen. Es handelt sich um eine von nur 22 Korallenarten weltweit, bei denen diese Zahl mehr als drei beträgt. Sie gehört zu den Korallen in der Karibik, die am stärksten von der Schwarzbandkrankheit betroffen sind, und leidet zusammen mit Montastraea spp. an der Gelbbandkrankheit. Bisher wurde dokumentiert, dass eine besonders aggressive Form der Weißen Pest, bekannt als WPL III, nur sehr große Kolonien von C. natans und Montastraea anularis befällt. Zu den anderen übertragenen Krankheiten zählen die Weiße Pest Typ I und II, die Dunkle Fleckkrankheit und Skelettanomalien wie Tumore und Gallen. Ein weiterer bislang unbekannter Krankheitserreger tötete in einem Jahr, zwischen 2001 und 2002, etwa die Hälfte der Korallen im Bird Key Reef der Dry Tortugas.
Trotz dieser Krankheitsanfälligkeit ist die Felshirnkoralle langlebig und ihre Exemplare können mehr als zweihundert Jahre alt werden.

Taxonomie:
Die Erstbeschreibung von Colpophyllia natans als Art wurde vom niederländischen Arzt und Naturforscher Maarten Houttuyn veröffentlicht. Auf der Grundlage seiner Arbeit auf Linné veröffentlichte Houttuyn zwischen 1761 und 1785 eine 37-bändige naturhistorische Reihe. Die Bände 17 und 18, die letzten Bände der Abteilung Zoologie, wurden 1772 veröffentlicht und konzentrierten sich auf Polypen, wobei C. natans beschrieben wird. Houttuyn gab der Art den Namen Madrepora natans, der später 1848 von Henri Milne-Edwards und Jules Haime in die Gattung Colpophyllia aufgenommen wurde. Sein Cousin Frans Houttuyn, ein Drucker und Buchhändler, druckte die Serie und wird manchmal fälschlicherweise für das Werk verantwortlich gemacht und auch fälschlicherweise als Houttuyns Vater bezeichnet.

Colpophyllia natans (Nahaufnahme)

Hainasengrundel (Elacatinus evelynae) auf einer Hirnkoralle (Colpophyllia natans)

Diploria

Diploria ist eine monotypische Gattung massiver riffbildender Steinkorallen aus der Familie der Mussidae. Sie wird durch eine einzige Art repräsentiert, Diploria labyrinthiformis, allgemein bekannt als Rillenhirnkoralle. Sie kommt im westlichen Atlantik und in der Karibik vor.

Diese Art riffbildender Korallen hat eine halbkugelförmige, gehirnähnliche Form mit einer braunen, gelben oder grauen Farbe. Diploria labyrinthiformis weist charakteristische tiefe, miteinander verbundene Doppeltäler auf. Diese polypenhaltigen Täler sind jeweils durch gefurchte Ambulakralkämme getrennt. Es kann einen Farbunterschied zwischen den Tälern und Rillen geben.
Diploria labyrinthiformis kann mit einer Geschwindigkeit von etwa 3,5 Millimetern pro Jahr in die Höhe wachsen und einen Durchmesser von etwa 2 Metern erreichen.
Die Art ist ein Suspensionsfresser und ernährt sich hauptsächlich von Zooplankton und Bakterien. Diese werden von den Polypen eingefangen, indem sie Mesenterialfäden und Tentakel ausstoßen. Die Polypen haben Nematozysten, die dazu veranlasst werden, ihre Beute unbeweglich zu halten. Die Beute wird dann mit Hilfe von Schleim und Flimmerhärchen zum Mund transportiert.
Diploria labyrinthiformis ist zwittrig und vermehrt sich durch Breitbandlaichung. Dabei werden Eier und Spermien von erwachsenen Kolonien freigesetzt, es folgt die Befruchtung und die Entwicklung von Larven an der Wasseroberfläche. Im Gegensatz zu den meisten anderen karibischen Breitbandlaichern laichen Diploria labyrinthiformis über mehrere Monate hinweg, vom späten Frühling bis sogar in die Mitte des Herbstes.

Verbreitung und Lebensraum:
Diploria labyrinthiformis kommt in den tropischen Teilen des Westatlantiks, im Golf von Mexiko, im Karibischen Meer, an der Südspitze Floridas, auf den Bahamas, auf den Bermudas und an den Küsten Mittelamerikas vor in Tiefen zwischen 1 und 30 Metern vor.

Beziehungen zu anderen Arten
Diploria labyrinthiformis beherbergt Zooxanthellen, eine symbiotische Dinoflagellatenalge. Die Alge profitiert von einer schützenden Umgebung in erhöhter Lage. Die Korallen profitieren von den photosynthetisch produzierten Nährstoffen, die einen Teil ihres Bedarfs für Wachstum und Verkalkung decken.

Die Koralle hat auch eine Beziehung zu Diadema antillarum, dem langstachligen Seeigel, dessen Beweidung dazu beiträgt, die Auswirkungen der Beschattung sowie das übermäßige Wachstum von Makroalgen zu reduzieren.

Fressfeinde:
Obwohl die Polypen mit Nematozysten ausgestattet sind, jagen verschiedene Arten Diploria labyrinthiformis. Dazu gehören:

  • Schnecken
  • Polychaeten (Ringelwürmer)
  • Seeigel
  • Seesterne
  • Seespinnen
  • Papageienfische und andere Fische
  • Parasiten aus der Familie Corallovexiidae

Corallovexia brevibrachium ist sowohl ein Ektoparasit als auch ein Endoparasit.

Taxonomie:
In der Vergangenheit wurden weitere Arten der Gattung Diploria zugeordnet. Einige dieser Arten werden jetzt als Pseudodiploria klassifiziert, eine 2012 aufgestellte Gattung, wie zum Beispiel P. strigosa und P. clivosa.

Favia

Favia ist eine Gattung riffbildender Steinkorallen aus der Familie der Mussidae. Mitglieder der Gattung sind massive oder dicht verkrustete Kolonialkorallen, entweder kuppelförmig oder flach, und einige sind blättrig.

Auf dem Bild:
Favia gravida, bei Ebbe teilweise trocken gefallen.



Selbst bei Individuen derselben Art gibt es eine große Formenvielfalt. Die Koralliten ragen leicht über die Korallenoberfläche hinaus und jeder hat seine eigene Wand. Bei den meisten Arten sind die Koralliten plokoid und bei einigen monozentrisch. Die mit der Korallitwand verbundenen Septen und Costae sind gut entwickelt und von feinen Zähnen bedeckt. Die Polypen breiten sich nur nachts aus und fressen. Jeder hat eine kleine Anzahl sich verjüngender Tentakel, die oft eine dunklere Spitze haben; Diese werden Stacheltentakel oder Kehrtentakel genannt. Mit diesen fegen sie das Wasser, um zu sehen, ob sich in ihrem Bereich noch andere Korallen befinden. Wenn ja, beginnen sie, die andere Koralle zu stechen. Dies wird allgemein als Korallenkrieg bezeichnet. Jede Koralle versucht sicherzustellen, dass sie um sich herum genügend Platz hat, damit sie weiter wachsen und mehr Oberfläche für ihre Nachkommen haben kann. Die Columella ist parietal und schwammig, und sowohl auf der Endotheca als auch auf der Exotheca befinden sich Bläschen. Arten dieser Gattung sind sowohl im Atlantischen Ozean als auch im Indopazifik weit verbreitet.

Die folgenden Arten sind gemäß dem World Register of Marine Species in der Gattung enthalten:

  • Favia favus
  • Favia fragum
  • Favia gravida

Favia sp.
(Pulau Redang, West Malaysia)

Favia sp.
(Pulau Aur, West Malaysia)

 Favia sp.
(Pulau Badas, Indonesien)

Favia sp.

Favia favus
(Ras Muhammad Nationalpark, Ägypten)
Foto:  Diego Delso, delso.photo, License CC-BY-SA 

Favia favus
(Ras Muhammad Nationalpark, Ägypten)
Foto:  Diego Delso, delso.photo, License CC-BY-SA 

Favia favus
(Ras Muhammad Nationalpark, Ägypten)
Foto:  Diego Delso, delso.photo, License CC-BY-SA 

Favia fragum 

Manicina

Manicina ist eine Gattung riffbildender Steinkorallen aus der Familie der Mussidae.

Arten in der Gattung Manicina:

  • Manicina areolata
  • Manicina grandis
  • Manicina navicula

Manicina areolata
(San Salvador, Bahamas)

Manicina areolata
(San Salvador, Bahamas)

Skelett von Manicina areolata

Mussismilia 

Mussismilia ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Unterfamilie Faviinae in der Familie Mussidae. Diese Gattung ist auf den Atlantischen Ozean vor der Küste Brasiliens beschränkt.

 Auf dem Bild:

Mussismilia hispida


Mussismilia sind koloniebildende Korallen. Die Knospung erfolgt immer intrakalikulär, in der Mundscheibe des Polypen, innerhalb des Tentakelwirbels. Die Koralliten sind phaceloid oder subplokoid mit unregelmäßigen Zähnen oder ein bis drei miteinander verbundenen Zentren. Wenn ein Coenosteum vorhanden ist, gibt es eine ausgeprägte Doppelwand. Die Columella ist diskontinuierlich. Die Septen sind porös und verfügen über einzigartige, multidirektionale Zähne, die aus gedrehten Fäden bestehen. Die Columella ist schwammig und die Columellazähne unterscheiden sich in Größe und Form von den Septumzähnen.

Mussismilia braziliensis

Mussimilia braziliensis bildet riesige Kolonien, bei denen es sich meist um große Kuppeln auf Riffoberseiten handelt. Sie haben die Form einer Cerioidkolonie mit unregelmäßiger Form und einem Durchmesser von etwa 8–10 mm. Septen lebender Kolonien haben abgerundete, perlenartige Einkerbungen. Diese Arten haben üblicherweise eine blaugraue, grüne und gelbe Farbe und leben in flachen Gezeitenriffumgebungen rund um Brasilien. Aufgrund der einzigartigen strukturellen Zusammensetzung von M. braziliensis sind Organismen wie z.B. eine bestimmte Krabbenart auf diese Korallen als Lebensraum angewiesen.

Mussismilia harttii

Mussismilia hartti hat eine phaceloide Kolonieform und Kelchdurchmesser von 12–30 mm mit 12–14 dünnen Septen pro cm. Es wurde beobachtet, dass die Krustentierfauna im Vergleich zu den anderen Mussismilia-Arten größer ist. Wahrscheinlich liegt dies an den großen Mäandroidmustern, in denen die Polypen größer sind und auseinander wachsen. Hier ist mehr Platz für Mitbewohner.

Bild oben:
Mussismilia hartti 

Mussismilia hispida

Mussismilia hispida-Kolonien erreichen Durchmesser von bis zu 0,5 Metern und sind normalerweise flach. Sie haben dicke Wände mit einem Durchmesser von etwa 10–15 mm. Septen lebender Kolonien haben abgerundete, perlenartige Zähne. Diese Art hat meist eine braune und graue Farbe, meist mit verschiedenfarbigen Wänden und Zentren mit radialen Streifen. Sie leben in seichten Gewässern und können sich verändernde Umgebungen tolerieren, was sie anpassungsfähiger an den Klimawandel macht, als viele andere Korallenarten.

Auf dem Bild:
Mussismilia hispida 
(Abrolhos, Brasilien)

Auf der Karte:
Verbreitung von Mussismilia hispida

Mussismilia leptophylla

Ursprünglich wurde diese Art in die Gattung Favia eingeordnet, da angenommen wurde, dass ihr mehrere Trabekelfächersysteme fehlen, die häufig in Mussismilia vorkommen. Forscher haben jedoch herausgefunden, dass Mussismilia leptophylla mehr als ein Fächersystem und weitere Gemeinsamkeiten mit Mussismilia als mit Favia aufweist, einschließlich der parathekalen Wandstruktur und der Form seiner Septumzähne und Mikrostruktur. Seine mitochondriale Struktur ordnet sie auch eher der Mussismilia zu.

Pseudodiploria

Pseudodiploria ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Unterfamilie Faviinae in der Familie Mussidae. Diese Gattung wurde 2012 aufgestellt, nachdem sie von der Gattung Diploria abgespalten wurde. Die beiden Arten der Gattung kommen im tropischen und subtropischen Westatlantik und im Karibischen Meer vor.

Pseudodiplorien sind Kolonialkorallen. Die Knospung erfolgt immer intrakalikulär, in der Mundscheibe des Polypen, innerhalb des Tentakelwirbels. Die Koralliten sind mäandroidförmig, wobei mehrere Zentren seriell miteinander verbunden und durch etwa 4 bis 15 mm breite Täler getrennt sind. Es gibt eine durchgehende, trabekuläre Columella, aber kaum ein Coenosteum. Die Septumzähne sind dreispitzig und quer zur Septumebene ausgerichtet.

Das Weltregister der Meeresarten listet die folgenden zwei Arten auf:

  • Pseudodiploria clivosa
  • Pseudodiploria strigosa

Pseudodiploria strigosa mit einem  Chromis-Schwarm

Pseudodiploria strigosa

Pseudodiploria strigosa

Pseudodiploria strigosa
(San Salvador, Bahamas)

Pseudodiploria strigosa
(San Salvador, Bahamas)

Karibische Goldrose (Condylactis gigantea) zwischen Hirnkorallen (Pseudodiploria strigosa

Isophyllia

Isophyllia ist eine Gattung von Steinkorallen in der Unterfamilie Mussinae der Familie Mussidae.
Isophyllien sind Kolonialkorallen. Die Knospung erfolgt immer intrakalikulär, in der Mundscheibe des Polypen, innerhalb des Tentakelwirbels. Die Koralliten sind mäandroidförmig, das heißt, sie sind in einer kurzen Reihe von bis zu fünf Zentren verbunden. Die einzelnen Koralliten sind mittelgroß, haben einen Durchmesser von 2,5 bis 5 mm und eine Höhe von bis zu 6 mm. In jedem Koralliten gibt es drei oder mehr Septenzyklen, die alle gleich groß sind. Ein schmales Coenosteum der Costata trennt die Koralliten.

Das Weltregister der Meeresarten listet folgende Arten auf:

  • Isophyllia rigida
  • Isophyllia sinuosa

Isophyllia rigida

Isophyllia rigida

Isophyllia sinuosa

Mussa 

Mussa ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Unterfamilie Mussinae in der Familie Mussidae. Sie ist monotypisch und wird durch die einzige Art Mussa angulosa repräsentiert. Sie kommt an Riffen in flachen Gewässern in der Karibik, auf den Bahamas und im Golf von Mexiko vor.

Mussa angulosa ist eine koloniale Art und bildet niedrige Kuppeln, die einen Durchmesser von 50 Zentimetern erreichen können. Die Koralliten sind phaceloid, d. h. sie haben eine röhrenförmige Form, die von einer gemeinsamen Basis aus in Reihen von eins bis drei oder gelegentlich bis zu fünf wächst. Die einzelnen Koralliten sind groß, haben einen Durchmesser von 25 bis 45 mm und eine Höhe von bis zu 6 mm. In jedem Korallit gibt es vier Septenzyklen, die nahezu gleich groß sind. Sie sind schmal und gebogen, mit großen Abständen. Die einzelnen Polypen sind sehr groß und erreichen teilweise eine Länge von 12 Zentimetern und einen Durchmesser von 4 Zentimetern. Sie verdecken die kurzen Äste des Steinskeletts, auf dem sie vorkommen, vollständig. Tagsüber erscheinen die Polypen fleischig, aber nachts dehnen sie sich weiter aus und jeder Polyp ist von einem Rand aus kurzen Tentakeln gesäumt. Die Farbe der Polypen ist variabel und kann grau oder blassbraun mit grünen, rosa und violetten Farbtönen sein. Das Gewebe dieser Koralle enthält symbiotische einzellige Algen, sogenannte Zooxanthellen. Diese sind photosynthetisch und absorbieren Energie von der Sonne, um organische Verbindungen zu erzeugen, die den Korallen als Nährstoffquelle dienen.

Lebensraum und Verbreitung:
Mussa angulosa kommt im Karibischen Meer, im Golf von Mexiko und auf den Bahamas sowie an Riffen und Ufern vor der Küste von Texas und Südflorida vor. Sie kommt in Wassertiefen zwischen 3 und 60 Metern vor, am häufigsten jedoch zwischen 10 und 30 Metern.

Biologie:
Mussa angulosa ist eine riffbildende Art. Sie ist sehr aggressiv und greift andere schnell wachsende Korallen an, die in ihrer Nähe wachsen und drohen, sie zu überwuchern oder zu beschatten. Ihre Nesselzellen sind so stark, dass sie jeder anderen Korallenart in ihrer natürlichen Umgebung überlegen ist. Sie neigt sich beim Wachsen von der Strömung weg und reagiert negativ auf eine erhöhte Sedimentation.

Mussa angulosa

Mussa angulosa